Der Petersdom in Rom
Der Petersdom in Rom

08.12.2017 - 09:00

Mehr Mitwirken des Volkes Die große Liturgiereform II. Vatikanisches Konzil

Am 8. Dezember 1965 ist das Zweite Vatikanische Konzil zu Ende gegangen. Es war ein Meilenstein für die Katholische Kirche. Eines ihrer vielleicht bekanntesten Themen und Beschlüsse war die große Liturgiereform.

Der Gottesdienst der Kirche ist die Gemeinschaft der Feier der Glaubenden. Somit steht das gottesdienstliche Tun, die Liturgie im Zentrum des Glaubens. Durch die Liturgie soll der Mensch zu Gott hingezogen werden. Weil durch die Liturgie der Mensch dem Heiligen begegnen können soll, erhalten die Riten der Liturgie eine immense Bedeutung. Hinter den Liturgiereformen in der Geschichte der Kirche stand das Bemühen der Päpste, Kardinäle  und Bischöfe sich einerseits an den Feiern der ersten Christen zu orientieren und gleichzeitig die Menschen in den sich verändernden Zeiten anzusprechen. Die bisher letzte Reform des Römischen Ritus wurde auf dem II. Vatikanischen Konzil beschlossen. Texte und Riten sollten so geordnet werden, dass sie das Heilige deutlicher zum Ausdruck bringen und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und mitfeiern kann. Daraus ergab sich, dass die Gottesdienste in der jeweiligen Volkssprache gefeiert werden dürfen. Zudem steht der Priester seit dem zum Volk gerichtet am Altar. Die Gemeinde erhielt eine wichtigere Rolle, verfolgte den Gottesdienst nicht mehr meist schweigend oder im persönlichen Gebet. Heute spricht man zum Beispiel das Vaterunser gemeinsam und laut. Erst seit der Reform können Kantor und Lektor aus der Gemeinde kommen. Ebenso ist der Wort gotesdienst vor der Eucherestiefeier eine Neuerung des Konzils. Die Predigt ist seither verpflichtend. Die Reform fand nicht nur Befürworte, einige veinigten sie in der neu gegründetetn Pius Bruderschaft.