08.05.2019 - 09:20

Ideengeber für das Rote Kreuz 8. Mai: Henri Dunant

Heute ist der Weltrotkreuztag. Das hängt damit zusammen, dass Henri Dunant, sozusagen der Gründer des Roten Kreuzes, an einem 8. Mai geboren wurde.

Am Abend des 24. Juni 1859 kommt Henri Dunant auf der Reise zu Kaiser Napoleon am Schlachtfeld von Solferino vorbei. Er blickt in die leeren Augen verstümmelter Soldaten die wie von Sinnen sind vor Schmerzen und verlangen, dass man sie umbringt.

Etwa achtunddreißigtausend Verwundete, Sterbende und Tote liegen auf dem Schlachtfeld, ohne dass ihnen jemand hilft. Dunant ist zutiefst erschüttert und mobilisiert sofort die örtliche Bevölkerung um die verwundeten Soldaten notdürftig zu versorgen.

Erste Hilfe auf dem Schlachtfeld

Mit Hilfe der Kirchengemeinde der Nachbarstadt baut er ein Behelfshospital auf, aber es fehlt an vielem, an genügend Helfern, medizinischem Material und Verpflegung. Die Helferinnen um Henri machen keinen Unterschied zwischen der Herkunft der Soldaten. Dunant gelingt es zudem österreichische Armeeärzte aus französischer Gefangenschaft auszulösen um sie zur Nothilfe einzusetzen. Auf seine Kosten lässt er Verbandsmaterial und Hilfsgüter herbeischaffen.

Idee eines Hilfswerks auf dem Schlachtfeld

Dunant kehrt nach Genf zurück und schreibt dort ein Buch über seine Eindrücke. "Hätte es bei Solferino ein solches internationales Hilfswerk gegeben oder wären freiwillige Helfer dagewesen, wie viel unbeschreiblich Gutes hätten sie leisten können in jener unheilvollen Nacht vom Freitag zum Samstag als Tausende von Verwundeten vor Qual stöhnten und Herz zerreißend um Hilfe riefen."

Im September 1862 lässt er sein Buch auf eigene Kosten drucken, 1.600 Exemplare. Henri reist durch ganz Europa um sie an führende Persönlichkeiten aus Politik und Militär zu verteilen. Die Reaktionen sind durchweg positiv, sein Buch "Erinnerungen an Solferino" muss bald nachgedruckt und in andere Sprachen übersetzt werden.

Anfänge des Roten Kreuzes

Zusammen mit einem Juristen, zwei Ärzten und einem Armeegeneral gründet Dunant 1863 ein Komitee zur Vorbereitung einer internationalen Konferenz, dort will er seine Ideen umsetzen. Sie nennen sich "Internationales Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege".

Auf einer ersten Konferenz treffen im Oktober 1863 36 Personen aufeinander, Delegierte von Regierungen und Vereinen aus dem westlichen Europa, es kommt zur ersten Resolution: "Gründung nationaler Hilfsgesellschaften für Kriegsverwundete, Neutralität der Verwundeten, Entsendung freiwilliger Pflegekräfte auf das Schlachtfeld, Einführung eines Schutzzeichens in Form einer weißen Armbinde mit rotem Kreuz."

Erste Genfer Konvention

Ein Jahr später lädt die Schweizer Regierung alle europäischen Länder, die Vereinigten Staaten von Amerika, Brasilien und Mexiko zu einer diplomatischen Konferenz ein. Dort einigt man sich am 22. August 1864 auf die erste Genfer Konvention.

"Personen, die nicht direkt an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Streitkräfte welche die Waffen gestreckt haben, sollen unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt werden. Die Verwundeten und Kranken sollen geborgen und gepflegt werden. Eine unparteiische humanitäre Organisation, wie das internationale Komitee vom Roten Kreuz, kann den am Konflikt beteiligten Parteien ihre Dienste anbieten."

Mittlerweile haben 194 Staaten die Konvention unterzeichnet und regionale Rot-Kreuz-Gesellschaften aufgebaut. Die Genfer Konvention ist das bisher einzige Abkommen, das weltweite Akzeptanz findet.

Ehre für Henri Dunant

Der Ideengeber Henri Dunant wird von Napoleon zum französischen Ehrenlegionär erklärt. Im Jahr 1901 erhält er für seine Lebensleistung den Friedensnobelpreis.