Franz Anton Maulbertsch
Franz Anton Maulbertsch

07.08.2015 - 09:20

Herausragender Maler des Spätbarock Franz Anton Maulbertsch

Franz Anton Maulbertsch wurde in der Nähe von Friedrichshafen am Bodensee geboren. Er starb am 7. August 1796 in Wien. Er wird heute zu den herausragenden Malern des Österreichischen Spätbarock gezählt. Vor allem nach der Befreiung Ungarns von den Türken waren beim Wiederaufbau des Landes auch Künstler gefragt.

Maulbertsch war ein großer Virtuose, der sehr modern mit Farben und Licht umging und die spätere Moderne inspirierte.

Selbstsicherer Geschäftsmann

Er unterhielt eine große Werkstatt und konnte es sich leisten, über seine Honorare zu verhandeln.

Die Briefe an seine Auftraggeber - Fürsten des Adels und Bischöfe - bezeugen das immer wieder. Denn Anton Maulbertsch war zur Zeit des Spätbarock einer der gefragtesten Künstler seiner Zunft.

Meister des Wiederaufbaus

Groß war die Nachfrage nach Kunst und Künstlern, nachdem die Türken nach 150jähriger Herrschaft aus dem österreichisch-ungarischen Raum vertrieben worden waren.

Mit dem Friedensvertrag von Karlowitz 1699 wurde der Abzug besiegelt.

Vor allem in Ungarn hatte die lange türkische Herrschaft ihre Spuren hinterlassen.

Erneuerung und Wiederaufbau waren angesagt. Der Hochadel und der Klerus riefen aus dem Süddeutschen und Österreich Künstler aller Sparten und Klassen herbei, um Ungarn wieder auf das Niveau eines westeuropäischen Landes zu heben.

Anton Maulbertsch wurde mit Aufträgen überhäuft

Mit einem frühen Werk begann seine Karriere. Es zeigt die Kunstakademie in Wien mit ihren Attributen zu Füßen Minervas; die Darstellung ist verschollen: Einspielung 500

Damit hat Maulbertsch 1750 den 1. Preis an der Akademie gewonnen, und das war sein Durchbruch. Ab 1750 war das die Auszeichnung, dass er zu den besten gehörte.

Fürsten, Grafen, Erzbischöfe und Bischöfe aus den Adelshäusern Esterhazy, Palfy, Erdödy, Zichy und vielen anderen waren seine Auftraggeber.

Er sollte ihre Kirchen, Klöster, Paläste und Schlösser ausmalen und gestalten - mit Altarbildern, Gemälden und Fresken, und zwar nicht nur in Ungarn, sondern auch in Wien, wo viele zudem noch ihre Residenzen hatten.

Gemälden mit sehr eigenwilliger Ausdrucksweise

Manche heiligen Figuren stellte er nahezu blasphemisch dar.

Charakteristisch für Maulbertsch in den 1770er Jahren war zum Beispiel, dass er die Gesichter oft sehr stark bis zum Bizarren verzerrt wiedergibt.

Seiner Zeit voraus

Man könnte ihn - aus heutiger Sicht - auch als jungen Wilden bezeichnen, als Maler, der sich vom Barockstil immer mehr entfernte, in expressionistischer Manier arbeitete, starke Farben verwendete, sie kontrastreich zusammenfügte.

Andererseits brachte er auf Fresken die Farben so fein, behutsam, durchscheinend auf, dass man sie fast als farblos oder entfärbt bezeichnen könnte.

Werke für den Klerus

Zu den Gemälden kamen Radierungen, Kupferstiche und Fresken.

Eines der größten Werke dieser Art befindet sich in Sümeg, dem Sommersitz der Weißbrunner Bischöfe. Wände und Decken der dortigen Pfarrkirche sind vollständig mit Fresken bemalt.

Insgesamt hat Maulbertsch - nachweisbar 24 Fresken und 90 Altarbilder geschaffen. Manches ist auch verschollen.

Verstorben als Wiener

Mit 73 Jahren verstarb er in seinem Haus in der Neuen Schottengasse Nr. 111 in Wien. 1 Jahr nach seinem Tode hat seine Frau seine gesamte Hinterlassenschaft verkauft.