Franz von Sales
Franz von Sales

28.12.2017 - 09:00

Mission mit neuen Mitteln Franz von Sales

Franz von Sales veröffentlichte sein theologisches Hauptwerk 1616 unter dem Titel "Abhandlung über die Gottesliebe". Damit gehört er zu den bedeutendsten christlichen Mystiker des 17. Jahrhunderts. Er ist Schutzpatron der Schriftsteller und Journalisten. Aber auch Menschenfreund, Ordensgründer und Bischof.

Franz von Sales kam am 21.08.1567 als erstes von zehn Kindern einer adligen Familie auf die Welt. Er war für den diplomatischen Dienst bestimmt und studierte deshalb Jura. Orte seines Studiums waren Paris und Padua.

Theologiestudium als Privatvergnügen

Neben seinem Pflichtstudium widmete sich Franz von Sales aber auch theologischen Studien. Nach dem Abschluss des Studiums mit der Promotion zum Dr. der Rechtswissenschaften wurde er als Rechtsanwalt zugelassen und sollte dort Senator werden. Gegen den Willen seines Vaters entschloss er sich, Priester zu werden. 1593 wurde er geweiht. Seinen Vater konnte er die Einwilligung dazu abringen, indem er zusicherte, dass er als Dompropst die zweite Stelle hinter dem Bischof im Bistum Genf einzunehmen.

Geschickter Missionar in Genf

Kurz nach der Priesterweihe erklärte er sich bereit, an der Wiedereinführung des katholischen Glaubens im calvinistisch gewordenen Teil der Diözese Genf, zu wirken. Hier zeigte sich in seinem Vorgehen bei der Mission sein besonderes Geschick im Umgang mit Menschen.

Schutzpatron der Schrifsteller

Weil die Calvinisten den Menschen unter Strafe verboten, seine Predigten zu hören, setzte Franz von Sales Flugblätter ein, um seine Botschaft zu den Menschen zu bringen. Flugblätter waren damals eine recht neue Erscheinung. Dieser Flugblatteinsatz war einer der Gründe, warum Franz von Sales 1923, anlässlich seines 300. Todestages, von Papst Pius IX. zum Schutzpatron der Schriftsteller und Journalisten ernannt wurde.

Diese Rekatholisierung mit Hilfe der Flugblätter war so erfolgreich, dass der Bischof ihn zu seinem engen Vertrauten machte. Nach dem Tod des Bischofs von Genf (1602) wurde Franz von Sales dessen Nachfolger.

Orden auch für Behinderte

Zusammen mit Johanna Franziska Frémyot gründete Franz 1610 den Orden der Heimsuchung Mariens. Bekannt als Salesianerinnen. Die Besonderheit: Dieser Orden nahm auch Menschen auf, die wegen körperlicher Gebrechen von anderen ausgeschlossen war. Noch zu Franz' Lebzeiten wurden zwölf Klöster gegründet.

Ehrung nach seinem Tod

Franz starb am 28. Dezember 1622, er wurde 55 Jahre alt.

39 Jahre nach seinem Tod wurde er am 28. Dezember 1661 von Papst Alexander VII. seliggesprochen. 1665 folgte seine Heiligsprechung. 1877 ernannte ihn Papst Pius IX. zum Kirchenlehrer.

 

Moderation: Andreas Kaul