Ostfeldzug der Wehrmacht
Ostfeldzug der Wehrmacht

09.01.2017 - 09:20

Feldwebel und Widerständler gegen die Nazis Anton Schmid

Es gibt Menschen, die ganz im Stillen und oftmals auch heute noch unbeachtet von der Öffentlichkeit gegen das Nazi-Regime gearbeitet haben. Der Österreicher Anton Schmid war ein solcher Mann. Er war Feldwebel bei der deutschen Wehrmacht und versuchte jüdischen Gefangenen das Leben zu retten. Anton Schmid wurde am 9. Januar 1900 in Wien geboren.

Er war nicht politisch engagiert, aber gläubiger Christ. 1938 verhalf er in seiner Heimatstadt Wien jüdischen Bekannten zur Flucht ins Ausland.

Der Krieg zieht Schmidt in Hitlers Machenschaften

Obwohl weit über 30, wurde er nach Kriegsausbruch eingezogen. Weil er aber eben zu den älteren Jahrgängen zählte und organisatorisch begabte war, wurde er als Leiter der Versprengten-Sammelstelle der Wehrmacht nach Wilma abkommandiert. Er hatte die Aufgabe, Soldaten, die die Verbindung zur ihrem Truppenteil verloren hatten, einzusammeln.

24. Juni 1941: Wilna wird von der Wehrmacht besetzt

Der Leidensweg der Juden der Stadt beginnt: Von den 65 000 Juden beim Einmarsch der Wehrmacht lebten nach einem halben Jahr, nur noch zwölftausend. Sie mussten Zwangsarbeit in Betrieben der Kriegswirtschaft leisten und bekamen gelbe Ausweisscheine - als Beweis einer produktiven, kriegswichtigen Tätigkeit.

Anton Schmidt beweist: Widerstand ist möglich

Seiner Sammelstelle waren auch Werkstätten angeschlossen. Dort verteilte er an jüdische Handwerker die besagten gelben Ausweisscheine. Damit schützte er die Arbeiter und ihre Familien vor Razzien. Zusätzlich versorgte er sie mit Lebensmitteln.

Vom Spätsommer 1941 bis zum Januar 1942 transportierte er mit seinen Wehrmachts-Lastwagen bis zu dreihundert Juden von Wilna nach Weißrussland. Dort waren die Juden noch nicht von der Vernichtung bedroht.

Vom Retter zum Opfer

Als in Weißrussland in der Stadt Lida ein Ghetto eingerichtet wurde, fiel auf, dass dort sehr viele Juden aus Wilna wohnten. Die Spur führte zu Anton Schmid und dieser bekannte sich zu der Tat.

Anton Schmidt wurde zum Tode verurteilt und am 13. April 1942 ermordet.