29.12.2017 - 09:00

Erzbischof von Canterbury Thomas Becket

Thomas Becket, Erzbischof von Canterbury, wird 1170 vor dem Altar seiner Kathedrale von vier Rittern ermordet. Der Mönch Edward Grim ist zufällig in der Kirche und hinterlässt der Nachwelt, was er gesehen hat – das Ende eines Märtyrers.

Thomas Becket wird 1118 geboren, sein Vater ist Kaufmann in London. Die Familie ist wohlhabend, so dass der junge Becket in Paris studieren kann. Zurück in England, wird er im Haushalt des Erzbischofs Theobald von Canterbury aufgenommen. Beckets großer Durchbruch kommt 1154.

Becket und Heinrich II.

Der Erzbischof stellt ihn dem König vor. Heinrich II. gilt als schwierig, aber die beiden Männer verstehen sich auf Anhieb. Heinrich ernennt Becket zum Lordkanzler. Becket führt ab da ein luxuriöses Leben – er reitet gern und kleidet sich gut. Der König vertraut ihm voll. Er lässt sogar seinen Sohn in Beckets Haushalt erziehen. Der junge Heinrich liebt seinen Erzieher – so sehr, dass er gesagt haben soll:

"Thomas Becket hat mir in einem Tag mehr Liebe gegeben, als mein Vater in meinem ganzen Leben"

Becket wird zum Erzbischof von Canterbury

Dann stirbt Theobold, der Erzbischof von Canterbury. Dieses Amt ist das höchste in der anglikanischen Kirche – der Erzbischof ist gleichzeitig Primas von England. Heinrich sieht eine gute Gelegenheit, seinen Einfluss auf die Kirche auszuweiten. Er macht seinen treusten Verbündeten zum Erzbischof – Thomas Becket.

Bruch zwischen Thron und Becket

Becket verändert sich, wird zum Asketen. Kein Luxus mehr – und absolute Treue gegenüber der Kirche. Aus Freunden werden langsam Gegner: Es kommt zum Streit zwischen Becket und dem König.

Über die sogenannte "Constitution of Clarendon" kommt es zum Eklat. Becket soll die neuen Gesetze unterschreiben – sie unterstellen die kriminellen Kleriker der weltlichen Gerichtbarkeit. Becket weigert sich – und muss nach Frankreich fliehen.

Offener Machtkampf

Sechs Jahre bleibt Becket im Exil. Dann kehrt er zurück nach England. Er fühlt sich sicher, Heinrich scheint ihm wieder zugeneigt. Doch die Ruhe trügt. Heinrich lässt seinen Sohn zum König krönen – jedoch nicht von Becket.

Becket exkommuniziert die Bischöfe, die an der Krönung beteiligt waren. Heinrich der Ältere ist zu dieser Zeit immer noch in Frankreich – es dauert nicht lang, bis er von dem Vorfall erfährt.

Blutiges Ende

"Will mich denn niemand von diesem Unruhegeist von Priester befreien?!"

So sind Heinrichs Worte über die Jahrhunderte überliefert worden. Der König soll nicht direkt zu Beckets Mord aufgerufen haben – aber  vier der Ritter verstehen ihn trotzdem so. Sie finden Becket in seiner Kathedrale. Sein bedingungsloser Einsatz für die Kirche kostet ihn das Leben.

Thomas Becket wird schon drei Jahre nach seiner Ermordung, also 1173, heilig gesprochen. Er ist der Patron der katholischen Kirche Englands.