18.08.2017 - 09:00

Er wurde zum Märtyrer in der Zeit des Nazi-Terrors Johannes Flintrop

Er war ein junger Kaplan, der sich vor allem in der Jugendarbeit und in der Kolpingfamilie engagierte. Johannes Flintrop war 23 Jahre alt, als er Priester wurde. In den Jahren als Kaplan in Mettmann erlebte er den Aufstieg der Nationalsozialisten. Johannes Flintrop hielt mit seiner eigenen Meinung nicht zurück und zahlte dafür einen hohen Preis: Flintrop starb am 18. August 1942 im Konzentrationslager Dachau.

Johannes Flintrop wurde am 23. Mai 1904 in Wuppertal-Barmen geboren. Nach der Kindheit in einem katholisch geprägten Elternhaus studierte er Theologie und Philosophie und wurde 1927 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Zeit als Kaplan in Köln-Mülheim wurde Johannes Flintrop bald Kaplan in Mettmann, direkt in der Nähe zu seiner Bergischen Heimatstadt Wuppertal, das war zu Beginn der 30er Jahre.

Durch die Weltwirtschaftskrise waren viele Menschen verarmt. Prälat Dr. Helmut Moll, Märtyrerexperte des Erzbistums Köln:

"Und gerade in diesem industrialisierten Gebiet Wuppertal wusste er, dass viele Menschen Hunger litten, dass sie keine Arbeit hatten und er hat ja in der Nähe als Kaplan in Mettmann zehn Jahre lang gewirkt als Jugendseelsorger und als Präses der Kolpingfamilie, so dass er nah am Menschen war und spürte, dass die Menschen froh sind, wenn sie eine Arbeit haben und von dort aus war das soziale Engagement dieses jungen Kaplans in Mettmann außerordentlich stark ausgebildet."

"Überzeugten Gegner der Nationalsozialisten"

Doch die Zeiten für den jungen Priester wurden ab 1933 immer schwieriger. Sein christlich katholisches Menschenbild führte dazu, dass Johannes Flintrop zu einem überzeugten Gegner der Nationalsozialisten wurde. Gegenüber den Gläubigen seiner Pfarrgemeinde hielt Flintrop mit seiner eigenen Meinung über Hitlers Rassenpolitik oder dem nationalsozialistischen Angriffskrieg nicht zurück.

"Einmal war es so, dass in der Jugendgruppe, die er hatte plötzlich ein Mitglied der HJ bei ihm war und der sich nicht gerührt und nicht gemeldet hat. Und dann hat Kaplan Flintrop, ohne zu ahnen dass dort ein Spion ist, vom Leder gezogen, was er konnte und hat dort den Jugendlichen klar und bündig erzählt das Christentum und Nationalsozialismus unvereinbar sind."

Der HJ-Spion meldete die Äußerungen Flintrops umgehend, was dazu führte, dass der unbequeme Priester für mehrere Monate verhaftet wurde und eine Akte über ihn angelegt wurde.

Ein anderes Mal besuchte Kaplan Johannes Flintrop eine alte Dame im Krankenhaus. Bei diesem Besuch erzählte er, dass das Deutsche Militiär genauso wie die russischen Soldaten Greueltaten verüben würden.

"Und drittens war es so, dass er an einem Sonntag die Heilige Eucharistie gefeiert hat und plötzlich während der Predigt einen Mann unter der Orgelbühne sieht der die gesamte Predigt aufmerksam abschreibt und er bricht in seiner schriftlich vorbereiteten Predigt ab und sagt dann diesem NS-Mann: "so und jetzt schreiben sie erst richtig mit". Dann ist die Predigt weitergegangen aber es war klar, dass damit die Zeit seiner Freiheit gezählt war."

Seine Äußerungen führten dazu, dass Kaplan Johannes Flintrop immer wieder von der Gestapo verhaftet wurde. Trotzdem konnte er, nachdem er wieder freigelassen wurde, seine Meinung nicht zurückhalten.

Am 1. Mai 1942 kam er in das Konzentrationslager Dachau.

Dort starb er am 18. August im Alter von 38 Jahren.

Wegen seines Widerstandes gegen die Nationalsozialisten wird Kaplan Johannes Flintrop als Märtyrer des Kolpingwerkes verehrt.