15.11.2017 - 09:00

Er verband rationale Wissenschaft mit dem Glauben Albertus Magnus

Albertus Magnus ist der Schutzpatron der Naturwissenschaftler – Nicht weiter verwunderlich, denn er war selbst ein brillanter Geist. Ihm wird nachgesagt, den Grundstein der katholischen Theologie gelegt zu haben. Am 15. November 1280 starb er in Köln.

Verehrung durch den Papst

15. November 1980 – Papst Johannes Paul II. ist zum ersten Mal in seinem Pontifikat zu Besuch in Deutschland. Sein erstes Ziel: Köln. Es ist dem Papst ein ganz besonderes Anliegen, dabei die Andreaskirche unweit des großen Doms zu besuchen. Denn hier liegt ein Mann begraben, dem die Verehrung des Papstes gilt, und der auf den Tag genau vor 700 Jahren starb: Albertus Magnus.

Als Johannes Paul II. die Krypta der Kirche aufsucht, kniet er vor dem mächtigen Steinsarkophag nieder. Dann beginnt er zu beten:

"Von dir zum obersten Hirten der Kirche Jesu Christi bestellt, knie ich heute als Pilger am Grabe des heiligen Albert nieder, um dich am Festtag der siebenhundert-jährigen Wiederkehr seines Todes mit allen Gläubigen zu verherrlichen und dir für sein Leben und Wirken zu danken, durch das du ihn deiner Kirche zum Lehrer des Glaubens und Vorbild des christlichen Lebens gegeben hast."

Johannes Paul II. war der Philosoph auf dem Heiligen Stuhl. Darum hatte er eine besondere Beziehung zu diesem Heiligen, den man in Deutschland Albert den Großen nennt.

Vermittler zwischen Wissenschaft und Glauben

Albert war es, der im 13. Jahrhundert als erster die Philosophie des Aristoteles auf die christliche Lehre anwandte und damit den Grundstein legte für die bis heute bestehende Theologie der Katholischen Kirche.

Alberts große Leistung war die Verbindung der rationalen Wissenschaft mit dem Glauben und das in einer Zeit, in der diese beiden Disziplinen Gefahr liefen, sich gegeneinander auszuspielen.

Wegen seiner entscheidenden Weichenstellung für das neue Denken in der christlichen Theologie bekommt er den Beinamen "der Große"

Lebensweg als Dominikaner

Um das Jahr 1200 wird Albert in Lauingen an der Donau geboren. Mit 23 Jahren tritt er in den erst kurz zuvor gegründeten Dominikanerorden ein.

Kennzeichnend für diese junge Gemeinschaft sind ihre mutigen und intellektuellen Mitglieder.

Als Dominikaner ist Alberts Lebensweg geprägt von Reisen und Ortswechseln.

Zum Noviziat und Studium wird Albert nach Köln geschickt. Später zur Promotion nach Paris.

"doctor universalis" und Universitätsvater

In Paris lernt Albert Thomas von Aquin kennen, der zu seinem Schüler wird. Er wird später Alberts Lehren ausbauen und zum Durchbruch verhelfen. Thomas von Aquin folgt seinem Lehrer Albert auch, als dieser zum zweiten Mal nach Köln wechselt, um dort die Klosterschule der Dominikaner zu gründen.

Aus ihr entwickelt sich später die noch heute bestehende Kölner Universität.

Alberts umfassendes Wissen in den Fächern Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie bringen ihm schon zu Lebzeiten den Beinamen "doctor universalis" ein.

Einsatz als Vermittler in Kölner Unruhen

Er scheint wahrhaft universal begabt zu sein, denn mehrmals gelingt es ihm, im Streit zwischen den Kölner Bürgern und ihrem Erzbischof zu vermitteln.

Nothelfer des Papstes

Auch im fortgeschrittenen Alter bleibt er immer auf dem Weg: Als Albert zum Provinzial seines Ordens gewählt wird, besucht er sämtliche bestehende Dominikaner-Klöster seiner Provinz-, meistens zu Fuß,  -quer durch Mitteleuropa.

Als das von Krisen geschüttelte Bistum Regensburg einen Bischof sucht, gibt Albert dem Drängen des Papstes nach, und lässt sich noch im hohen Alter zum Bischof von Regensburg weihen. Anderthalb Jahre später ruft ihn der Papst sogar noch näher zu sich und setzt ihn als Wissenschaftler in Rom ein.

Ruhestätte in Köln und Verehrung

Erst seine letzten Lebensjahre darf Albert wieder in seinem Dominikanerkonvent in Köln verbringen. Dort stirbt er am 15. November 1280.

Als Papst Johannes Paul II. genau 700 Jahre später das Grab Alberts besuchte, war es ihm daher ein großes Anliegen, an das Werk des großen Gelehrten zu erinnern – gerade in einer Zeit, in der rationale Wissenschaft und christlicher Glaube schon wieder auseinander zu geraten drohen.

 "Lasset uns beten: Gott, unsere Zuflucht und Stärke, du hast dem heiligen Bischof und Kirchenlehrer Albert die Kraft gegeben, das menschliche Wissen der ewigen Weisheit zuzuordnen. Stärke und beschütze auf seine Fürsprache unseren Glauben in der geistigen Verwirrung unserer Tage. Gib uns die Weite seines Geistes, damit uns auch der Fortschritt der Wissenschaften hilft, dich tiefer zu erkennen und dir näherzukommen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen."