20.12.2013 - 09:20

Eine Handvoll Ärzte machte den Anfang Ärzte ohne Grenzen

In so einer Notsituation hilft "Ärzte ohne Grenzen". Die Hilfsorganisation ist seit über 40 Jahren (Gründung: 20. Dezember 1971) weltweit aktiv und hat heute ihren Gründungstag. Sie hilft dort, wo die Not groß ist – auch wenn die restliche Welt sich nicht mehr für das Leid interessiert. Zum Beispiel im größten Flüchtlingscamp der Erde – in Da-daab im afrikanischen Kenia.

Dichtgedrängt leben mehr als eine halbe Millionen Menschen in diesem Camp gleich hinter der Grenze zu Somalia. Viele von ihnen sind traumatisiert, weil sie vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat flohen. Seit den 90er Jahren existiert das Lager Da-daab nun schon und noch immer versuchen täglich mehrere hundert Menschen Einlass in die Zeltstadt zu erhalten. Von Anfang an haben die Mediziner von "Ärzte ohne Grenzen" hier Hilfe geleistet und sind selbst immer noch immer schockiert, über die schlechten Bedingungen, unter denen die Flüchtlinge nach wie vor leben müssen.

Streckenweise ist das Personal von  "Ärzte ohne Grenzen" das einzige im Flüchtlings-Camp, das die medizinische Not der Menschen lindern kann. Und damit ist die spendenfinanzierte Organisation einer ihrer Prinzipien treu: dort zu arbeiten, wo sonst niemand mehr hilft - auch und besonders in Kriegssituationen.

Anfang der 70er Jahre kämpften Rebellen im Süden Nigerias für die Unabhängigkeit der Region Biafa. In dem Konflikt und der darauffolgenden Hungersnot starben mehr als zwei Millionen Menschen. Mehrere französische Ärzte versuchten vor Ort zu helfen und dokumentierten die Not der Menschen.  Ihre Fotos und Videos informierten  auch  die westliche Öffentlichkeit über das Ausmaß des Konfliktes und die Fernsehstationen berichteten.

Dieser erste Einsatz der zwölf Ärzte war die Geburtsstunde für Ärzte ohne Grenzen. Denn nachdem die Mediziner aus Nigeria zurückgekehrt waren, schlossen sie sich mit einigen Journalisten zusammen. Sie wollten auch in anderen Teilen der Welt helfen. Am 20. November 1971 war die Organisation "Mediciens sant Frontiers" , kurz: MFS, geboren.

Seit ihrer Gründung waren Mediziner und Pflegepersonal im Auftrag der MFS unter anderem für Flüchtlinge aus Kambodscha sowie nach dem Völkermord in Ruanda akiv. Sie halfen den Verletzten im Kosovo-Krieg und sind nach wie vor für die Bürgerkriegsflüchtlinge im Kongo im Einsatz.

Für die Notleidenden stellt  "Ärzte ohne Grenzen" inzwischen umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Verfügung: Sie erledigen nicht nur die die ärztlichen Grundversorgung sondern impfen, besorgen Trinkwasser sowie Unterkünfte und Verpflegung. Auf diese Weise versorgt Organisation heute Menschen in mehr als 450 Projekten auf der ganzen Welt.

Für ihr weltweites Engagement erhielten "Ärzte ohne Grenzen" schließlich im Jahr 1999 den Friedensnobelpreis.