Machtsymbol Basilius Kathedrale
Machtsymbol Basilius Kathedrale

02.01.2018 - 09:00

Ein Heiliger aus dem Morgenland Basilius der Große

Am 1. Januar 379 ist Basilius der Große gestorben. Sein Gedenktag ist dagegen der 2. Januar. Ein Heiliger, der in der Frühgeschichte einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des Christentums war.

"Ihr sagt, dass ihr nicht geben könnt… Eure Zunge schwört, dass ihr es nicht tun könnt, aber eure Hand verrät euch… Denn obwohl sie nicht sprechen kann, erklärt das Funkeln an eurem Finger, dass ihr lügt. Wie viele Leute könnte dieser eine Ring von euch schuldenfrei machen? Wie viele zerfallende Häuser könnte er instand stellen? Nur eine eurer Truhen voller Kleider könnte einer Menge Leuten helfen, die jetzt vor Kälte zittern."

Kein Zweifel: Basilius der Große ist dafür, dass die Reichen teilen. Seit dem vierten Jahrhundert ist er einer der herausragenden Gestalten des Christentums.

Geboren zwischen Orient und Okzident

Basilius der Große stammt aus Kappadokien. Die Landschaft in der heutigen Zentraltürkei ist wegen ihrer bizarren Felsformationen weltbekannt.

Kappadokien ist hoch entwickelt und reich:

Das Land grenzt an die sagenumwobenen Seidenstraße, ist damit die Verbindung zwischen Orient und Okzident.

Einer der drei kappadokischen Väter

Kappadokien gilt als eine der wichtigsten frühchristlichen Zentren. Aus dieser Landschaft kommen im vierten Jahrhundert die drei so genannten  "kappadokischen Väter ": Basilius der Große, sein jüngerer Bruder Gregor von Nyssa und sein Studienfreund Gregor von Nazianz.

Basilius wird um 330 in Caesarea als zweitältestes von acht Kindern geboren. Es ist keine gewöhnliche Familie: Seine Großmutter Makrina, sein Vater Basilius der Ältere und seine Mutter Emmelia werden heiliggesprochen. Unter den acht Geschwistern gibt es vier Heilige (Basilius, Gregor von Nyssa, Makrina die Jüngere und Peter von Sebaste), drei davon werden Bischöfe (Gregor, Peter und eben Basilius).

Basilius schlägt die geistliche Laufbahn ein. Er ist hochintelligent und scharfsinnig. "Wir haben Geist und Vernuft und können Gott erkennen. Und wenn wir aufmerksam die Schönheit der Schöpfung betrachten, so lesen wir in ihr die große, allumfassende Vorsehung und Weisheit Gottes", so Basilis.

Ein Mann der Taten

Von Anfang an wird klar, dass dieser Mann Fußspuren hinterlassen wird.

Während seiner Zeit als Mönch widmet er sich intensiv dem Bibelstudium und verfasst die 55 Kapitel umfassende Große Mönchsregel. Dieses Werk beeinflusst Benedikt von Nursia, der sie zu seiner bis heute geltenden Benediktinerregel umformuliert.

Als Bischof von Caesarea verteidigt Basilius erfolgreich den trinitarischen Glauben – d.h. Gott in der Heiligen Dreifaltigkeit – gegen die Bewegung des Arianismus. Basilius in seiner Schrift  "De Spiritu Sancto ":  "So hat es die grenzenlose Güte des Vaters gewollt, so hat es der unbegreiflichen Liebe Christi gefallen, so hat es die unaussprechliche Milde des Heiligen Geistes verheißen. Verherrlicht sei die unaussprechliche Barmherzigkeit der Heiligen Dreiheit."

Basilius macht sich für eine christliche Erziehung stark, die die klassischen griechischen Philosophen und Schriftsteller ausdrücklich mit einschließt. Dadurch sind uns diese Werke überhaupt erhalten geblieben.

Die christliche Nächstenliebe: Als Bischof verkauft Basilius sein Erbe und richtet Sozialwerke und Suppenküchen ein. Er bindet sich eine Schürze um und steht selbst in der Küche. Er versorgt alle – ohne Ansehen der Person oder Religion. Sein Credo: "Sie haben alle den gleichen Magen."

Basilius der Große im Kölner Dom

Dazu kommt, dass Basilius ein unerschrockener Charakter ist. Als er mit dem römischen Präfekten von Caesarea in Streit gerät, droht dieser ihm, die Leber aus dem Leib zu schneiden. Basilius Kommentar:  "Wie aufmerksam! Da, wo sie gegenwärtig ist, macht sie mir nur Ärger."

Basilius, der Zeit seines Lebens kränkelt, stirbt am 1. Januar 379 – sein Gedenktag ist der 2. Januar. Basilius‘ Tod gilt als Unglück für die Allgemeinheit: Er wird sowohl von Christen als auch von Juden und Heiden betrauert.

Im Kölner Dom ist der Heilige Basilius im so genannten „Paulus“-Fenster, das dem Apostelfürsten Paulus gewidmet ist, verewigt.

In der Sockelzone des Fensters, das im südlichen Querhaus des Doms gelegen ist, sind die vier Kirchenväter der Ostkirche zu sehen: der Hl. Athanasius, der Hl. Chrysostomus, der Hl. Gregor von Nazianz und eben – Basilius der Große.