St. Albans Psalter, Drei Könige
St. Albans Psalter, Drei Könige

23.07.2017 - 09:20

Drei Magier werden zu Heiligen und zum Grundstein des Kölner Doms Die Gebeine der Heiligen Drei Könige kommen nach Köln

Seit dem 6. Jahrhundert nach Christus kennt man sie: Kaspar, Melchior und Balthasar. Die Heiligen Drei Könige, die in der katholischen Kirche eigentlich gar keine offiziellen Heiligen sind. Wertvoller als ihre teuren Gaben von damals, sind und waren die sterblichen Überreste der Könige, aufbewahrt im Kölner Dom. Seit dem 23. Juli 1164 liegen sie dort.

Über die Männer, die heute als "Heilige Drei Könige" bezeichnet werden, sagt das Matthäus-Evangelium eher wenig, bemerkt der Theologe Manfred Becker-Huberti.

"In diesem Text ist die Rede von Sterndeutern. "Magoi" heißt das im Griechischen: Magier. Und das sind in jener Zeit die Priester eines heidnischen Kultes im Osten von Jerusalem gewesen. Heute geht man mehrheitlich davon aus, dass es möglicherweise in Phrygien/Kleinasien gewesen sein muss, ein Bereich, der von Persien her beeinflusst war."

Theologische Deutung der Gaben erst 200 Jahre später

Diese Magier ziehen nach Bethlehem und bringen dem erwarteten König ihre Geschenke, die 200 Jahre später von Origines eine theologische Deutung erhalten.

Gold stehe für die Königswürde, Weihrauch für die Gottheit, Myrre für den Tod. Aus der Dreizahl der Geschenke schlossen die Menschen außerdem auf die Dreizahl der Magier.

Ausweitung der Legende um die drei Weisen

Es ist der Karmeliter Johannes von Hildesheim, der die Legende um die Heiligen Drei Könige weiter ausarbeitet.

Er schreibt es Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, zu, die Reliquien der drei auf einer Pilgerreise von Jerusalem nach Konstantinopel gebracht zu haben. Konstantin soll sie darauf als Geschenk an den Erzbischof von Mailand weitergegeben haben.

Danach kann die Entwicklung wieder belegt werden.

Historische Bedeutung der Gebeine

1158 beginnt Friedrich I., genannt Barbarossa, mit der Belagerung Mailands.

Der römisch-deutsche König wird sechs Jahre später für seine Geduld belohnt und erringt als Trophäe die Gebeine der Heiligen Könige.

Um die Unabhängigkeit vom Papst zu stärken und die eigene Macht zu sichern, schenkt Barbarossa die Reliquien dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel.

Die Heiligen Drei Könige als Ursprung des Kölner Doms

Am 23. Juli 1164 kommt Barbarossa in Köln an, und um aus dem neuen Besitz der Reliquien auch wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, ersinnt man den Neubau des Kölner Domes.

Außerdem wird der Entwurf des wertvollsten Heiligenschreins seiner Zeitangestoßen.

Der Schrein ist bis heute eine Besonderheit, sagt Dr. Manfred Becker-Huberti:

"Und in ihm enthalten sind nicht drei Skelette, sondern fünf. Drei Skelette, die als die Könige gelten, sind im Mittelalter behandelt worden, wie wir es vielleicht heute nicht täten. Man hat nämlich die Schädel abgetrennt. Die Schädel liegen nämlich auf einem so genannten "Häupter-Brett", so dass man vorne trapezförmig einen Teil abdecken kann und diese gekrönten Schädel sehen kann an bestimmten Festtagen, wie zum Beispiel dem Dreikönigstag. Gleichzeitig sind in diesem Schrein zwei weitere Skelette enthalten, nämlich die der Heiligen Felix und Nabor, die ebenfalls aus Mailand mitgeführt wurden nach Köln."