Adveniataktion 2012
Kampf für die Unterdrückten

01.02.2013 - 09:20

Die Armen Lateinamerikas im Blick Bischofskonferenz von Puebla 1979

Anfang 1979 fand in Puebla die III. Generalkonferenz der lateinamerikanischen Bischöfe statt. Auf dieser Konferenz bestätigte die Römisch-katholische Kirche von Lateinamerika die "Option für die Armen" als angemessenen Ansatz für die christliche Soziallehrer.

 

Die "Option für die Armen" ist ein theologisches Prinzip, das eine besondere Parteinahme für die Armen betont und in den 1960er und 1970er Jahren in den von der Theologie der Befreiung geprägten lateinamerikanischen Kirchen wiederentdeckt wurde.

Nach dem Ansatz der "Option für die Armen" sollen Arme nicht nur mildtätig konkrete Hilfeleistungen empfangen. Vielmehr soll die Perspektive der Armen in den Mittelpunkt des christlichen politischen und sozialen Handelns gestellt werden, sozusagen als kritisches Korrektiv.

Zuvor war in der christlichen Soziallehre lange Zeit der Begriff des Naturrechts prägend.

Auf der Konferenz wurde internationale Ausbeutung als einer der Gründe für die Armut vieler Menschen in Lateinamerika angeprangert.

Das Schlussdokument dieser Versammlung ist zu so etwas wie dem Programm der Kirche von Lateinamerika geworden. Darin heißt es unter anderem:

"Es ist an der Zeit, dass Lateinamerika die entwickelten Länder ermahnt, uns nicht auszubeuten sondern, im Gegenteil, uns hochherzig zu helfen, die Barrieren unserer Unterentwicklung zu überwinden, dabei aber unsere Kultur und unsere Naturschätze zu respektieren."