Charles de Foucauld
Charles de Foucauld

01.12.2018 - 09:20

Vom Atheisten zum Mystiker Charles de Foucauld

Charles de Foucauld ist Sproß einer der reichsten Adelsfamilien Frankreichs. Ein Lebemann und Frauenheld, der sich eines Tages als russischer Rabbiner verkleidet und monatelang durch Marokko reist – ein damals für Christen verbotenes Land.

Sein Buch "Erkundungsfahrt durch Marokko" macht ihn berühmt: Und aus dem einstigen Atheisten wird ein glühender Mystiker. Heute ist sein Todestag.

Vom Leichtfuß zum Priester

"Mein Vater, ich überlasse mich dir ganz und gar, was immer du mit mir tust, ich danke dir." So lautet der Anfang eines Gebetes des Priesters und Mönchs Charles de Foucauld. Noch heute beten es seine Nachfolger, die kleinen Schwestern und die kleinen Brüder auf der ganzen Welt.

Gleichzeitig sind es Worte, die die Jugendgefährten Foucaulds sicher verwundert hätten. "Charles der Foucauld ist vornehm, gut erzogen, aber leichtfertig und hat nur Sinn für Vergnügungen", heißt es noch in der Abschlussbeurteilung der Kavallerieschule in der er auf den Offiziersdienst vorbereitet wird. Der 1858 in Straßburg geborene Foucald ist ein Lebemann und das schwarze Schaaf seiner Familie.

Durch den Islam Wende zum christlichen Leben

Die Wende wird erst eingeleitet, als er mit 22 Jahren im Jahre 1880 mit dem französischen Kolonialheer nach Algerien kommt. "Der Islam hat in mir eine große Erschütterung bewirkt ... Angesichts dieses Glaubens und von Menschen, die in ständiger Gegenwart Gottes leben, ahnte ich, dass es etwas Größeres und Wahreres geben musste jenseits der Geschäftigkeit der Welt", berichtet er.

Durch einen Cousin wird er in Paris mit Abbé Huvelin bekannt gemacht. Er möchte in der christlichen Religion unterwiesen werden. Foucauld wird zum überzeugten Christen: "Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, wurde mir klar, dass ich nichts andres tun konnte, als für ihn allein zu leben."

Afrika als Kontinent der Sinnsuche

Drei Jahre nach seinem ersten Afrika-Aufenthalt kehrt er als Forscher auf den Kontinent zurück, diesmal nach Marokko. Dort wird er aber nicht lange bleiben: Er beginnt seine Suche nach seinem inneren Frieden und tritt zehn Jahre nach seiner Ankunft in Marokko in einen Trapistenorden in Syrien ein.

Zuvor hatte ihn seine Suche nach Nazaret geführt, wo er bei den Klarissinnen als Hausbursche arbeitete. Zum Priester geweiht wird er in Frankreich, am 09. Juni 1901. Er ist zu einem gottesfürchtigen Mönch geworden.

Liebe zu den Armen - Tod unter Brüdern

Der ehemalige Lebemann will nun den Ärmsten der Armen helfen und zieht deshalb nach Algerien in die Oase Béni Abbès und erkundet von da aus als Einsiedler die Wüste. 1905 gründet er in Tamanrasset im Hoggar Gebirge mitten im Tuareggebiet eine Einsiedelei. Er  hebt drei Grundregeln hervor, auf die sich das Leben eines Missionsmönches stützen soll:

  • Dem verborgenen Leben Jesu in Nazareth nachfolgen.
  • Das ausgesetzte Altarsakrament verehren.
  • Und das Möglichste zur Bekehrung der ungläubigen Völker tun.

 

Foucauld lebt mit den Tuareg, setzt sich für ihre Rechte ein und erforscht ihre Sprache. Er lässt sich auch nicht von den politischen Unruhen im Süden des Landes aus Algerien vertreiben. Die Tuareg scheinen ihn als Diener Gottes zu verehren.

Dennoch wird am 1.12. 1916 der "Kleiner Bruder Karl von Jesus", wie er sich mittlerweile nennt, von einer Bande bewaffneter Tuareg überfallen, die bei ihm Waffen und Wertsachen suchen. Als einer von ihnen die Nerven verliert, erschießt er Foucauld.

Am 13. November 2005 wird Charles de Foucauld im Petersdom in Rom seliggesprochen.