31.12.2017 - 09:00

Bekehrung und Feuerwerk Papst Silvester

Viele Menschen, die heute an Silvester feiern und böllern, wissen gar nicht, dass sie eigentlich den Namenstag eines Papstes feiern. Papst Silvester I. nämlich. Er lebte um das Jahr 300 und ist der Patron der Haustiere. Außerdem ist er zuständig für eine gute Futterernte und (natürlich) für ein gutes neues Jahr

Das Fest „Silvester“ wird schon seit dem 5. Jahrhundert im christlich geprägten Europa gefeiert.

Zeitgenosse von Kaiser Konstantin

Zurück geht dieser Brauch auf den Todestag von Papst Silvester dem Ersten am 31. Dezember. Er saß auf dem Stuhle Petri in einer für das Christentum besonders wichtigen Zeit: nach der Mailänder Vereinbarung. Dieses Protokoll von Kaiser Konstantin stammt aus dem Jahr 313 und lautete:

"Zum Wohle aller gewähren wir den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht ihre Religion zu wählen damit die himmlische Gottheit uns und allen gnädig und gewogen bleiben kann. Darum haben wir befohlen, dass es jedermann erlaubt ist, seinen Glauben zu haben und zu praktizieren, wie er will."

Gesetz ein Meilenstein für die Christen im Römischen Reich

Nach Jahrhunderten der Angst und der Gewalt durften sie nun öffentlich Gottesdienste abhalten und sich zu ihrem Glauben bekennen.

Zuvor hatten sie im Verborgenen gelebt. So auch der spätere Papst Silvester. Gemeinsam mit einigen anderen Gläubigen lebte er während der Christenverfolgung als Priester in einem Versteck auf dem Monte Soratte in der Nähe von Rom.

Ein Jahr nach dem offiziellen Ende der Christenverfolgung 314 wird Silvester zum Papst geweiht

Bis heute ist wenig über sein Pontifikat bekannt. Wohl deshalb ranken sich etliche Sagen um ihn. So soll er tote Stiere zum Leben erweckt und sogar Drachen bezwungen haben.

Als Oberhaupt der katholischen Kirche wird Silvester zudem die Taufe des zum Christentum bekehrten Kaiser Konstantin zugeschrieben.

Legende Konstantinische Schenkung ...

"Papst Silvester erklärte dem Kaiser: "Tauche in einem Wasserbad dreimal unter und rufe den Namen Jesu Christi an. Dann bist du vom Aussatz geheilt.“  - Nachdem der Kaiser tatsächlich genesen war, schenkte er dem Heiligen Vater den Lateranpalast – also die kaiserliche Residenz  - und verlegte seinen Wohnsitz von Rom nach Konstantinopel, damit der Papst frei regieren konnte über das Weströmische Reich."

... eine Fälschung

Dieser letzte Teil der Legende ist  als "Konstantinische Schenkung" weltberühmt. Doch das zugehörige Dokument wurde bereits im Mittelalter als Fälschung entlarvt. Und auch für die Taufe und die Heilung des Kaisers gibt es keine historischen Nachweise. Tatsächlich ist das Erbe Silvesters nicht besonders umfangreich. So blieb er dem wegweisenden Konzil Nicäa fern mit der Begründung, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Andere Quellen besagen, der Papst sei zu alt zum Reisen gewesen.

Bauherr von Kirche über Petrusgrab

Die wohl größte Hinterlassenschaft von Papst Silvester ist der Bau der ersten Kirche über dem Petrusgrab von Rom. In den Priscilla-Katakomben der heutigen Petruskirche ist er auch bestattet worden. Mitte des 8. Jahrhunderts wurden seine Gebeine allerdings in die Kirche Sant Silvestro in Capite in der italienischen Hauptstadt überführt. Bis heute findet man Papst Silvester der Erste häufig mit einem Ölbaumzweig abgebildet – das Symbol für den Frieden, der für die Kirche unter seiner Regentschaft anbrach. Und am 1. Januar begeht die katholische Kirche seit 1968 tatsächlich den "Welttag des Friedens".