Konferenz der UdSSR und ihrer Buendnispartner in Warschau
Konferenz der UdSSR und ihrer Buendnispartner in Warschau

01.07.2017 - 09:20

Beginn und Ende des Bündnisses der Ostmächte Warschauer Pakt

Er war für viele im Westen der Inbegriff des Bösen, des Kommunismus, der Feinde: Der Warschauer Pakt. Das kommunistische Militärbündnis war 36 Jahre lang das Gegenstück zur NATO, dem Nordatlantik-Verteidigungspakt. Warschauer Pakt und NATO sollten Garanten für einen ausgewogenen globalen Frieden sein - die beiden haben aber mehr als einmal den Weltfrieden aufs Spiel gesetzt. Am 1.7.1991 wurde der Warschauer Pakt offiziell aufgelöst.

8. Mai 1945. Hitler ist tot, das Dritte Reich ist Geschichte, eine Zeit des Friedens und der Freiheit soll nun in Europa anbrechen.

Kalter Krieg statt Weltfriede

Was aber tatsächlich folgt ist der kalte Krieg, der an vielen Stellen gar nicht Mal so kalt war. Zwei Großmächte, die USA und die Sowjetunion, über Jahrzehnte stehen sie in ständigem Konflikt, jeder hat seine Verbündeten: im Westen die Nato, im Osten der Warschauer Pakt: Die Sowjetunion, Albanien, Bulgarien, die DDR, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn.

Ziel des Warschauer Paktes

Die Macht Russlands in Ost- und Mitteleuropa zu stärken, dazu werden russische Truppen in allen teilnehmenden Staaten stationiert. Außerdem: jedes Mitgliedsland muss den Führungsanspruch seiner kommunistischen Partei anerkennen. Viel wichtiger war aber das Kleingedruckte: so heißt es in Artikel 4:

"… im Falle eines bewaffneten Überfalls in Europa, auf einen oder mehrere Teilnehmerstaaten des Vertrages, wird jeder Teilnehmerstaat dem Staat, der einem solchen Überfall ausgesetzt wird, sofortigen Beistand leisten. Mit allen Mitteln, die ihnen erforderlich erscheinen, einschließlich der Anwendung von militärischer Gewalt."

Im Klartext: wird ein Staat des Warschauer Paktes vom Westen angegriffen, müssen alle zurückschlagen.

Verpflichtung zum Beistand auch bei NATO

Die Nato hatte bereits Ende der 40er Jahre eine ähnliche Regelung für den Westen getroffen, damals aber noch mit Furcht vor einem neuen Nazi-Deutschland. Jetzt sieht die Lage anders aus. Die ständigen Spannungen zwischen USA und Sowjetunion bedrohen den Weltfrieden, die kleinste Provokation könnte zum 3. Weltkrieg führen, und Provokationen gab es reichlich.

Stellvertreter-Kriege in aller Welt

Zu Hause wird aufgerüstet, ein Wettrüsten mit beispiellosem Ausmaß nimmt seinen Lauf.

Zum befürchteten großen Knall zwischen Ost und West kommt es aber doch nicht, obwohl die Zeichen oft auf Sturm stehen.

1979 erreicht das Ost-West-Verhältnis einen neuen Tiefpunkt

Am 12. Dezember ergeht der sogenannte Nato-Doppelbeschluss, der Inhalt: die Nato bietet dem Warschauer Pakt an, die Zahl der Atomsprengköpfe in Europa zu reduzieren, dafür wird aber die Zahl der konventionellen Raketen erhöht. Pershing-Raketen werden in Westeuropa stationiert und in Richtung Russland ausgerichtet.

Aus westlicher Sicht nicht ohne Grund, der Osten hatte zuvor SS20-Mittelstrecken-Raketen nach Westen ausgerichtet. Ein heißes Wettrüsten, das die Bevölkerung nicht kalt lässt.

1981 gehen Millionen Menschen auf die Straße

Bonn 1981 - 300.000 Menschen

Brüssel 1981 - 200.000 Menschen

Amsterdam 1981 - 400.000 Menschen

Bonn 1982 - 500.000 Menschen

Ganz Westeuropa demonstriert gegen einen drohenden Atomkrieg, auf der anderen Seite ist es etwas schwieriger.

Der Wandel kommt aus dem Osten

1986, Michail Gorbatschow propagiert Glasnost und Perestroika, Erneuerung und Transparenz, Reformen im sozialistischen Machtapparat. Von nun an beginnt das Bollwerk des Sozialismus zu bröckeln.

Gorbatschow hält Wort

Er zieht die 75.000 in der Tschechoslowakei stationierten russischen Soldaten ab, die nach den Aufständen des Prager Frühlings von 1968 für Ruhe sorgen sollten. Die Soldaten sind weg, das Volk beginnt zu demonstrieren, zuerst in Polen, dann in den anderen Ostblock-Staaten, der Anfang vom Ende des Kalten Krieges.

Im ganzen Ostblock trauen sich die Menschen nun für ihre Recht auf die Straße zu gehen, in Polen, in Ungarn, in der DDR. Eine Bewegung die sich nicht mehr aufhalten lässt. Es folgen der Fall der Mauer, der DDR, der Sowjetunion, das Ende des Warschauer Paktes. Mehr und mehr wankt der Koloss Warschauer Pakt und kann sich dann 1989 nicht mehr halten.

Friedenszeiten

Im November 1990 bekräftigen die Staaten der Nato und des Warschauer Paktes ein gegenseitiges Nicht-Angriffs-Abkommen.

Am 1. Juli 1991 wird der Warschauer Pakt offiziell aufgelöst. Die Sowjetunion zieht alle Truppen aus den befreundeten Nationen ab, abgesehen vom DDR-Gebiet. In Ost-Deutschland bleiben noch bis 1994 russische Soldaten stationiert.

Die Zeit des Kalten Krieges ist mit ihrem Abzug endgültig vorbei. Die Nato gibt es bis heute noch, seit 1997 in Zusammenarbeit mit Russland.