Bernhard von Clairvaux
Bernhard von Clairvaux

20.08.2017 - 09:20

Kampf für Gottes Sache mit Wort und Schwert Bernhard von Clairvaux

Seinen Namen erhielt er durch den Ort, an dem er sein erstes Kloster gegründet hat: Bernhard von Clairvaux. Martin Luther sagte über ihn "Es gab niemals einen gottesfürchtigeren und frommeren Mönch als den Heiligen Bernhard". Die französische Urfassung des Paul Gerhard-Chorals "O Haupt voll Blut und Wunden" stammt auch von ihm, und heute begehen wir seinen Todestag.

Im Jahre 1090 kommt Bernhard in der Nähe von Dijon auf die Welt. Sein Vater arbeitet auf dem Hof des Herzogs von Burgund und verschafft ihm eine gute Schulbildung.

Schmerzhaft wird es für Bernhard im Alter von 16 Jahren als seine Mutter stirbt. In ihm macht sich eine Art Bekehrung breit. Mit seiner charismatischen Art schafft er es, eine Gruppe von 30 Brüdern und Freunden zusammenzustellen die 1113 gemeinsam in das Zisterzienserkloster des benachbarten Citeaux eintreten.

Die Gründung des Klosters Clairvaux

Zwei Jahre später wird Bernhard zum Priester geweiht und erhält von seinem Abt den Auftrag mit zwölf Mönchen fortzugehen und das Kloster Clairvaux zu gründen. Unter seiner Führung entwickelt es sich zur bedeutendsten Zisterzienserabtei und zeiht so viele Novizen an, das Bernhard insgesamt 68 weitere Klöster gründen wird.

Auf der Basis der Klosterregeln des Heiligen Benedikts arbeitet er die wesentlich asketischere Ordnung für die Zisterzienser aus, die den Einsatz des Körpers stärker in den Vordergrund stellt und auf architektonische Schlichtheit besteht. Besonders sein Predigttalent macht Bernhard populär. Er ist geprägt vom Denken der Scholastik und nutzt Predigten dazu um über sein Selbstverständnis zu sprechen.

"Erwerb von Wissen verbraucht kostbare Zeit, darum muss man unnützes Wissen vom Nützlichen unterscheiden. Es gibt solche die Wissen wollen ausschließlich zu dem Zweck, zu wissen, das ist verwerfliche Neugier. Dann gibt es solche die Wissen wollen, auf dass sie selbst bekannt werden, das ist verwerfliche Eitelkeit. Dann gibt es solche, die Wissen wollen, um ihr Wissen zu verkaufen, das ist verwerfliche Bereicherung. Schließlich gibt es solche, die Wissen wollen, um andere aufzubauen, das ist Liebe. Und letztendlich gibt es solche die Wissen wollen um aufgebaut zu werden, das ist Lebensklugheit."

Fürsprecher des Tempelordens

1118 wird Bernhard zum Leiter des Ordens erklärt. Er gründet weiterhin Klöster, vorwiegend in sumpfigen Tälern und nicht wie der Heilige Benedikt auf exponierten Anhöhen. Zehn Jahre später veröffentlicht er zur Synode von Troyes seinen Standpunkt zum Orden der Tempelritter, der in ihm seinen ersten kirchlichen Fürsprecher findet.

"Der Tod, den man für Christus erleidet oder verursacht, trägt keine Schuld an sich und verdient großen Ruhm, hier nämlich wird für Christus, Wort Christus selbst erworben. Er nimmt wahrlich den Tod des Feindes als Sühne gern an und bietet sich noch lieber seinem Streiter als Tröster dar. Ein Ritter Christi, sage ich, tötet mit gutem Gewissen. Noch ruhiger stirbt er, wenn er stirbt nützt er sich selber, wenn er tötet nützt er Christus. Ja, wenn er einen Übeltäter umbringt ist er nicht ein Menschenmörder sondern sozusagen ein Mörder der Bosheit und mit Recht wird er als Christi Rächer gegen die Missetäter und als Verteidiger der Christenheit angesehen."

Petrus Abaelard - Theologischer Widersacher

Ein theologischer Widersacher begegnet Bernhard in dem französischen Mönch Petrus Abaelard. Er ringt mit ihm um das Verständnis der Dreifaltigkeit und lehnt sich gegen dessen rationalistische Theorie auf, das Heilsein nicht nur durch Gottes Gnade sondern auch durch den freien Willen des Menschen zu erlangen. Für Bernhard sind das Irrlehren und er klagt über diese bei der römischen Kurie.

"Schon verurteilte und überholte Lehren, eigene und fremde, wagt er wieder zu vertreten und fügt neue hinzu. Alles weiß er, alles kennt er, was im Himmel droben ist und auf Erden hinieden, alles außer dem einen, dem "ich weiß es nicht“. Er ist bereit für alles einen Vernunftgrund zu liefern, selbst für das, was über alle Vernunft ist, gegen jede Vernunft, ja, gegen den Glauben. Was denn widerspricht mehr der Vernunft, als zu wagen mit der Vernunft die Vernunft zu übersteigen. Und was widerspricht mehr dem Glauben als nicht glauben zu wollen was der Vernunft unerreichbar ist."

1140 befasst sich die Synode von Sens mit den Schriften des Petrus Abaelard. Er wird als Häretiker verurteilt und verbringt die restliche Lebenszeit im Kloster von Cluny.

Aufruf zum Zweiten Kreuzzug

Sieben Jahre später ruft Bernhard im Auftrag des Papstes zum Zweiten Kreuzzug auf, um den Staat Edessa von den Türken zu befreien. Besonders vor den Adligen hat er Erfolg mit seinen Kreuzzugspredigten und entfacht in ganz Europa Begeisterung für das Vorhaben.

Doch zwei Jahre später kehren die Ritter geschlagen zurück. Unter den Eindrücken der Niederlage stirbt Bernhard schließlich am 20. August des Jahres 1153 in seinem Kloster in Clairvaux.