Prophet Ezechiel im Münster Zwiefalten
Prophet Ezechiel im Münster Zwiefalten

07.04.2019 - 00:00

Alle Wetter! 2. April-Woche Heilige Waltraud und Lein zu Ezechiel

Wettermäßig gilt der April als unbeständig („der April macht, was er will“), was seine Ursache im Übergang vom Winterhalbjahr zum Sommerhalbjahr hat.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 2. April-Woche

An regnerischen Tagen rieb man den Dünger auf den Wiesen mit einer Egge in den Boden ein und zerkleinerte ihn dadurch. Bei trockenem Wetter wurden die Reste dann weggeräumt.

Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Hier zwei aus der zweiten April-Woche.

9. April: hl. Waltraud
Waltraud (Waldetrudis) (7. Jh.–um 688) wurde als Fränkin im heutigen Frankreich geboren. Nachdem ihre vier Kinder groß geworden waren, trennten sich die beiden Eheleute voneinander, um ihr Leben Gott zu weihen. Sie erbaute im heutigen Mons (Belgien) ein Kloster, wo sie als Äbtissin bis zu ihrem Tod lebte.

 

Hört Waltraud nicht den Kuckuck schrei’n,
dann muss er wohl erfroren sein.

 

Bringt Genoveva [3. 1.] uns Sturm und Wind,
so ist uns Waltraud oft gelind.

 

10. April: Prophet Ezechiel

Ezechiel († 571 v. Chr.) ist einer der großen Propheten des Alten Testaments. Er ging mit den Juden ins Exil nach Babylon, wo er als Märtyrer starb.

 

Von Ezechiel bis Jürgen [23. 4.]
soll man den Lein in die Erde würgen.

 

An Ezechiel
geht der Lein nicht fehl.

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)