23.03.2019 - 00:00

Alle Wetter! 4. März-Woche: Marienfrüchte und Quirins Sommerbotschaft

Taut’s im März nach Sommer Art,
bekommt der Lenz ’nen weißen Bart.
 

Märzengrün
bringt selten Ruhm.

Im bäuerlichen Arbeitsjahr mussten im die Wassergräben gereinigt werden. Die Frauen arbeiteten in diesem Monat meist noch im Haus. Im Keller keimten meist schon die ersten Frühkartoffeln.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 4. März-Woche

Die Frauen arbeiteten in diesem Monat meist noch im Haus – außer der Bauerngarten konnte bereits bestellt und daraus das letzte Wintergemüse geerntet werden: Feldsalat, Grünkohl und Rosenkohl.
 

Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Hier zwei aus der vierten Märzwoche.

25. März: Mariä Verkündigung

Mariä Verkündigung (In Annuntiatione B. M. V.) bezieht sich auf die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria durch den Erzengel Gabriel (Lukas 1,26–38). Mit dem Datum des 25. März, neun Monate vor Weihnachten, ist dieses Fest in der Ostkirche seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. Maria ist an diesem Tag Patronin der Bäcker, Brettschneider, Garköche, Metzger, Weber, Postboten und Zeitungsausträger.

 

Ist’s an Marien schön und hell,
gibt’s viel Obst auf alle Fäll.

 

Ist’s an Marien schön und rein,
wird das Jahr sehr fruchtbar
sein.

 

30. März: hl. Quirinus

Über Quirinus (1. Jh.–um 115) gibt es keine historisch sicheren Kenntnisse. Er soll zusammen mit seiner Tochter in Rom den Märtyrertod erlitten haben. Um 1000 gelangten Quirinus-Reliquien nach Neuss (Nordrhein-Westfalen). Im deutschsprachigen Raum ist der 30. März sein Gedenktag, ansonsten ist es der 30. April. Er ist der Patron der Ritter, Pferde und Rinder sowie gegen Bein- und Fußleiden, Gicht, Lähmung, Eitergeschwüre, Hautausschlag, Pest, Ohrenschmerzen, Kropf, Fisteln, Knochenfraß, Pocken und Pferdekrankheiten.

 

Wie der Quirin,
so der Sommer.

 

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)