Sonnenaufgang im Winter
Sonnenaufgang im Winter
Bernhard Michels
Bernhard Michels
Genoveva von Paris
Genoveva von Paris

01.01.2019 - 00:00

Alle Wetter! 1. Januar-Woche: Gottesmutter – Sturm und Wind

Los- und Schwendtage – was steckt dahinter

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. 

"Lostage sind Merktage für das Wetter, die in sich die Hoffnung auf eine gute Ernte tragen. Diese Tage hat man damals an den katholischen Heiligen festgemacht. Also an den Namenstagen, die richtig groß gefeiert wurden. Und diese Tage waren mit bestimmten Wetterphänomenen verknüpft. Das hat man sich besser merken können, als normale Wochentage", erklärt Michels.

"Schwendtage sind dagegen sogenannte Unglückstage. Davon gibt es in jedem Monat einige. Früher hat man an diesen Tagen nicht einmal geheiratet oder Feste gefeiert. Und im Garten oder auf dem Feld hat man höchstens geerntet, aber nichts gepflanzt oder gesät", führt der Wetterexperte weiter aus.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 1. Januar-Woche

Januar oder Jänner, ab dem Jahr 46 v. Chr. der erste Monat des Jahres, bekam seinen Namen vom römischen Gott Janus, dem Beschützer der Stadttore, dem Gott des Aus- und Einganges, im übertragenen Sinne des Anfangs und des Endes, dargestellt mit zwei Gesichtern („janusköpfig“), einem jugendlichen und einem bejahrten, vor- und rückwärts, in die Vergangenheit und Zukunft

zugleich blickend. Als gewöhnlich kältester Monat des Jahres wird er in manchen Gegenden auch Hartmond oder Eismonat genannt. Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Zwei aus dieser Woche:

 

1. Januar: Neujahr – Hochfest der Gottesmutter Maria

Ursprünglich feierte man an diesem achten Tag nach Weihnachten das Fest der Beschneidung Jesu bzw. dessen Namensgebung (Lukas 2,21). Erst mit der Kalenderreform 1969/70 wurde das schon früher bestandene Marienfest wieder eingeführt. 1967 hat Papst Paul VI. den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.

 

Neujahrsmorgenröte
macht viele Nöte.

Die Neujahrsnacht still und klar,
deutet auf ein gutes Jahr.

 

3. Januar: hl. Genoveva

Genoveva (um 422–502) war die Tochter eines römisch-gallischen Patriziers in Nanterre, legte das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und ging im Alter von 16 Jahren nach Paris. Die Legende berichtet von zahlreichen Wundertaten, die sie vollbracht haben soll, und Taten der Nächstenliebe. Auch soll sie den Frankenkönig Chlodwig I. bekehrt haben. Sie ist Patronin der Frauen, Hirten, Winzer, Wachszieher und Hutmacher; gegen Augenleiden, Fieber, Blattern, Aussatz, Pest, Trockenheit und Krieg.

 

Bringt Genoveva uns Sturm und Wind,
so ist uns Waltraud [9. 4.] oft gelind.

 

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)