Brauchtum zur Heiligen Lucia
Brauchtum zur Heiligen Lucia

07.12.2018 - 16:30

Alle Wetter! 2. Dezember-Woche: Kurze Tage und Heilige Lucia

"Dezember veränderlich und lind, der ganze Winter ein Kind."

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Ist etwas dran an dieser Weisheit zum Novemberwetter – das war und ist nicht sehr beliebt …

"Der Dezember ist ein äußerst wechselhafter Wettermonat. Zu Anfang meistens warm, ganz zum Ende kalt", führt Michels aus. Leider gebe es im Dezember die meisten Tiefausläufer im ganzen Jahr zu beobachten. "Da können wir froh sein, dass Weihachten in diese Jahreszeit fällt, um uns das Gefühl von Wärme zu vermitteln", schließt der Wetterexperte.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

 

Lostage der 2. Dezember-Woche

Bei schlechtem Wetter gab es im Dezember früher keine Ruhepausen, sondern reichlich Beschäftigung

im Hause: Frauen und Männer hatten in Stube, Stall und Scheune allerlei auszubessern, zu ordnen und nachzusehen.. Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Einer aus dieser Woche:

 

13. Dezember: hl. Lucia

Lucia (Luzia) (um 286–310?) wurde in Sizilien geboren, aber über ihr Leben gibt es nur Legenden. Sie habe die Jungfräulichkeit gelobt und unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod erlitten. Eine Legende erzählt, sie habe den Christen in den Katakomben Lebensmittel gebracht. Um beide Hände frei zu haben, habe sie auf dem Kopf einen Kranz mit brennenden Kerzen getragen. An diese Legende erinnert in Schweden am Luziatag der Brauch der Lichtträgerinnen. Sie zählte schon im Mittelalter zu den beliebtesten Heiligen. Sie ist Patronin der Armen, Blinden, reuigen Dirnen, kranken Kinder; der Bauern, Glaser, Weber, Sattler, Polsterer, Schneider, Näherinnen, Elektriker, Messerschmiede, Kutscher, Pedellen, Dienerinnen, Hausierer, Torhüter, Schreiber, Notare, Anwälte sowie gegen Augenleiden, Blindheit, Halsschmerzen, Ruhr, Blutfluss, Infektionskrankheiten und Kinderkrankheiten.

 

An Barnabas [11. 6] die Sonne weicht, 
an Lucia wieder her sie schleicht.

An Sankt Lucia
ist der Abend dem Morgen nah.

 

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)