Bernhard Michels
Bernhard Michels

13.10.2018 - 18:11

Alle Wetter! 2. Oktober-Woche: Zuckermonat, Regenernte, Glaubensbote

In einer kleinen Reihe beleuchtet "Wetterprophet" Bernhard Michels altes Wetterwissen und Bauernregeln. Diesmal geht es um Spinnen als Wetterboten ...

"Kommen dicke Hausspinnnen jetzt aus alles Winkeln gekrochen und werden aktiv, zeigen sie zuverlässig die erste Kältewelle an. Ist die Kälte einmal da, sind keine Spinnen mehr zu sehen, dann ziehen sich die Spinnen in Verstecke zurück", weiß Bernhard Michels.

Wetterphänomene Wissenschaft und Bauernregeln

Wetterkapriolen narren selbst Wissenschaftler: Vorhersagen Tiefdruck- und Hochdruckgebiete ankündigen und großflächig Regengebiete oder wolkenlosen Himmel abbilden. Ob der Schauer dann wirklich im eigenen Garten runterkommt oder nicht, also lokale Wetterphänomene, kann man meistens nicht ablesen. Jedenfalls nicht am Wetterbericht.

Wie das Wetter im eigenen Umfeld wird, haben Bauern seit Jahrhunderten nicht nur beobachtet, sondern sie haben Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge mit Hilfe von Bauernregeln festgehalten und weitergegeben. Immer wieder werden von "Wetterpropheten" neue Zusammenhänge erkannt und gedeutet. Königskerze, Weinrebe oder Ameisenhügel – Wetterpropheten wagen anhand der ungewöhnlichsten Phänomene Vorhersagen.

Lostage der 2.Oktober-Woche

Oktober - Was man nicht selbst in den Vorratskammern auf dem Hof einlagerte, wurde früher auf den Märkten in der Stadt oder auf den Dörfern verkauft, Obst ebenso wie Gemüse, das vom Feld oder aus dem Bauerngarten stammte. Den besten Absatz erzielten Kartoffeln und Mais, Äpfel, Birnen und Nüsse, Quitten und Zwetschgen (Pflaumen) sowie Gewürz- und Heilkräuter.
Im Laufe der Zeit haben sich Volksglaube, Wetterbeobachtungen und Wissen über die Natur zu Bauernregeln verwoben und mit bestimmten Tagen verbunden, den Lostagen. Von diesen sind die meisten Heiligengedenktage. Hier zwei aus dieser Woche:

9. Oktober: hl. Dionysius

Dionysius (um 200–nach 250) wurde als Glaubensbote nach Gallien geschickt. Er war vermutlich der erste Bischof von Paris (Lutetia) und wurde enthauptet. Dionysius (St-Dénis) ist ein Nationalheiliger Frankreichs und wird zu den Vierzehn Nothelfern gezählt. Er ist Patron der Schützen; gegen Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensunruhe und Seelenleiden sowie bei Hundebissen und Syphilis.
Regnet’s an Sankt Dionys,
nasser Winter ganz gewiss.
Regnet es auf Dionys,
wird der Winter hart gewiss.

14. Oktober: hl. Burkhard

Burkhard (Burkard) (um 684–755?) war der erste Bischof von Würzburg. Er starb während einer Rast in einer Tropfsteinhöhle in Homburg im Maintal. Sein Gedenktag ist der 2. Februar, im deutschsprachigen Raum jedoch der 14. Oktober. Er ist Patron gegen Gelenkkrankheiten, Rheumatismus, Stein- und Nierenleiden sowie Lendenschmerzen.

Ist St. Burkhard trübe,
kommt kein Zucker in die Rübe.

Sankt Burkhardi Sonnenschein
schüttet Zucker in den Wein.

(Zitate sind Auszug aus: Kurt Haberstich / Gerhard Hartmann, Wie Heilige unser Wetter bestimmen, topos premium Verlag / 20.60 €)