"Keiner darf an den Grenzen sterben"

 «Es muss alles getan werden, damit keiner an den Grenzen verdurstet, untergeht im Mittelmeer oder verhungert und erstickt in Lastwagen», sagte Marx am späten Sonntagabend in den ARD-"Tagesthemen". Bei der Rettung von Menschenleben dürfe Geld keine Rolle spielen, fügte Marx hinzu. Mit Blick auf die neuen Grenzanlagen in Ungarn sagte er, der Bau von Zäunen werde den Tod von Menschen nicht verhindern, sondern "vielleicht neue dramatische Fälle provozieren". Deshalb könne das nicht akzeptiert werden.

"Intifada des Geistes"

Das berichteten Augenzeugen am Sonntag. Katholiken aus Beit Dschalla unweit von Bethlehem hatten zu einem Gebet für Frieden und gegen den von Israel geplanten Mauerbau im Cremisan-Tal aufgerufen. Anfang Juli hatte Israels Oberstes Gericht den Bau der Sperrmauer auf privatem Land bei Beit Dschalla gestattet. Damit korrigierte das Gericht ein eigenes Urteil vom April, das die geplante Mauerführung als unzulässig bewertet hatte. Eine weiteres Urteil steht aus. Von der Sperranlage betroffen sind neben 58 christlichen Familien zwei Klöster und eine Schule des Salesianerordens.

Seite an Seite

In einer Grußbotschaft äußerte Kardinal Marx in seiner Funktion als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zugleich die Hoffnung auf Frieden in der Ukraine. "Wir sind besorgt wegen der vielen Konflikte in allen Teilen der Welt und wegen der zunehmenden Gefahren des islamistischen Terrorismus auch in Europa", erklärte Marx in dem am Samstag von der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn veröffentlichten Schreiben. Deutschland werde derzeit "durch einen Zustrom von Flüchtlingen in einem seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa nicht mehr erlebten Ausmaß in Atem gehalten".

Der Berg kennt keine Konfessionen

Die Sonne strahlt, das Wetter hält. Der Wind ist nur ein laues Lüftchen, auch auf 1.708 Metern am Hochgrat bei Oberstaufen. Nicht einmal die mitgebrachten Wäscheklammern braucht Josef Hofmann, um seine Notizzettel zu befestigen. "Wir haben hier schon alles erlebt", sagt der katholische Pastoralreferent, während er den Gottesdienst an der Bergstation vorbereitet. Vor zwei Jahren zog hier ein Orkan auf, die Feier wurde flugs ins Restaurant verlegt, wo bald darauf der Strom ausfiel. Auch die Bergbahn stand still, keiner der Besucher wusste, ob er an diesem Abend noch ins Tal kommen würde.

Die Katastrophe nach der Katastrophe

Gleich hinter der Corpus-Christi-Kirche scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Neben einem knallgelb gestrichenen Haus steht eine abbruchreife Bude, an deren Fassade die technischen Markierungen der Katastrophenhelfer noch zu sehen sind. Fenster und Türen sind mit Brettern vernagelt und von Efeu umrankt. Kein seltener Anblick im schwarzen Seventh-Ward-Viertel von New Orleans, das während des Jahrhundertsturms Katrina im August 2005 zu den am stärksten betroffenen Stadtteilen zählte.

Enthusiasmus für Weltfrieden

"Es reicht nicht, zu beten und ein gutes Gefühl zu haben", sagte der Gründer der Organisation Cap Anamur und Grünhelme.Der Tag unter dem Motto "I have a dream" solle "ein enthusiastisches Zeichen" für den Weltfrieden setzen.

Rund 200 Angehörige verschiedener Religionen kamen auf jeweils eigenen Pilgerwegen nach Kevelaer und fanden sich am Nachmittag an der Basilika ein. Neben dem Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann nahmen David Caspi von der jüdischen Gemeinde Duisburg und Ahmad Aweimer, Dialog- und Kirchenbeauftragter vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, teil.

 

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