27.05.2007

Nachrichtenarchiv 28.05.2007 00:00 Lehmann wünscht Enzyklika zur Globalisierung

Eine Enzyklika des Papstes zum Thema Globalisierung wünscht sich der Mainzer Kardinal Karl Lehmann. "Wir sind ja eine Weltkirche und haben hier einiges aus eigener Erfahrung in der Diskussion beizutragen". Das sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem Interview der "Berliner Zeitung". Vom G-8-Gipfel in Heiligendamm erwartet Lehmann, dass die Bundesregierung die versprochenen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe tatsächlich zur Verfügung stellt. Auch andere Millenniumsziele müssten erreicht werden. Lehmann fordert zudem mehr Mitverantwortung seitens der großen Konzerne. Die soziale Marktwirtschaft laufe Gefahr, durch einen "gewissen Neoliberalismus" abgelöst zu werden. Eine Verteufelung des Marktes und der Globalisierung hält Lehmann aber für unangebracht. Diese hätten auch positive Seiten. Mit guten Gründen könne gesagt werden, dass "durch die Weltmarkt-Teilhabe armer Länder mehr erreicht werden kann als durch die ganzen Gelder für Entwicklungshilfe".