23.04.2007

Nachrichtenarchiv 24.04.2007 00:00 Nationaler Ethikrat will Zahl der Organspenden erhöhen

Der Nationale Ethikrat schlägt vor, die Entnahme von Organen unter bestimmten Umständen auch ohne Zustimmung des Betroffenen zu erlauben. Der Organmangel in Deutschland sei ein drängendes Problem. Das erklärte heute in Berlin die Vorsitzende des Nationalen Ethikrats, Kristiane Weber-Hassemer. Durch das 1997 eingeführte Transplantationsgesetz habe sich die Zahl der Spender nicht erhöht. Der Begründer der Interessengemeinschaft Christliche Bioethik Nordrhein Westfalen, Dieter Emmerling, plädiert klar gegen den Vorschlag des Ethikrats. Im domradio sagte er: Mit der Aufklärung der Bevölkerung müsse viel früher angefangen und deutlich gemacht werden, dass der sogenannte Hirntod eine Definition sei, aber nicht der tatsächliche Tod der Menschen. Er sei sicher, so Emmerling, dass viele Menschen sehr erschrocken wären, wenn sie wüssten, dass die Organe, die sie zu erhalten hoffen, von Sterbenden kommen. Von einem Toten könne man keine Organe verpflanzen. - Das aktuelle deutsche Transplantationsgesetz sieht bislang vor, dass Organspender oder deren Angehörigen einer Entnahme ausdrücklich zustimmen müssen.