05.03.2007

Nachrichtenarchiv 06.03.2007 00:00 Stein kritisiert deutsche Bischöfe wegen Rassismus-Vorwurf

Der israelische Botschafter in Deutschland, Stein, hat katholische Bischöfe wegen ihrer Äußerungen zu den Lebensbedingungen der Palästinenser scharf kritisiert. Stein zeigte sich "entsetzt und empört" über den Gebrauch von Begriffen wie "Warschauer Ghetto" oder "Rassismus" im Zusammenhang mit israelischer beziehungsweise palästinensischer Politik. Wer solche Aussagen mache, habe "nichts gelernt und moralisch versagt". Laut "Süddeutscher Zeitung" hatte der Eichstätter Bischof Hanke das palästinensische Ramallah als ein Ghetto bezeichnet, das ihn empöre. Der Augsburger Bischof Mixa sprach laut "SZ" von einer "ghettoartigen Situation", dies sei "fast schon Rassismus". Der Kölner Kardinal Meisner erinnerte angesichts der israelischen Trennmauer an die Berliner Mauer und meinte, so separiere man Tiere, aber doch nicht Menschen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, betonte wiederholt das Recht Israels auf Anerkennung seiner Existenz und sichere Grenzen ohne Terror, äußerte aber auch Zweifel am Nutzen des jetzigen israelischen Vorgehens.