27.02.2007

Nachrichtenarchiv 28.02.2007 00:00 Kolumbien: Bischof zieht erstmals gewaltsame Geiselbefreiung in Erwägung

Erstmals hat sich ein hoher Kirchenvertreter in Kolumbien für eine gewaltsame Befreiung der in dem südamerikanischen Land verschleppten Geiseln ausgesprochen. "Die Regierung hat eine Verantwortung für das Leben der Entführten", sagte der Erzbischof von Bogota, Kardinal Pedro Rubiano Saenz. Gewalt dürfe aber nur das letzte Mittel sein, zuerst müssten die Verhandlungen mit den Rebellengruppen fortgesetzt werden. Der Kardinal verurteilte die Geiselnahmen als "diabolischen Akt". Kolumbien ist nach Angaben von Menschenrechtlern das Land mit den meisten Entführungen weltweit. Bewaffnete Gruppen oder kriminelle Banden versuchen durch die Verschleppungen Lösegeld zu erpressen oder politische Forderungen durchzusetzen.