20.02.2007

Nachrichtenarchiv 21.02.2007 00:00 Kardinal Meisner fordert "Inventur der Lebensumstände"

Zu Beginn der Fastenzeit hat Kölns Kardinal Joachim Meisner die Christen zu einer "Inventur ihrer Lebensumstände" aufgefordert. Dazu gehöre in erster Linie eine Überprüfung ihres Gottesbildes, sagte der Erzbischof in einem Gottesdienst zum Aschermittwoch der Künstler in Köln. Wer statt Gott das eigene Ich oder falsche Werte an die erste Stelle setze, dessen Leben verliere an Substanz und geistigem Niveau. "Sucht keine erfundenen Bilder von Gott, sondern orientiert euch an Gottes Bild von sich selbst", so der Kardinal. Das Gottesbild sei keine Privatsache. Die Menschen sollten die Fastenzeit nutzen, ihr Bild des Schöpfers von der Kirche korrigieren zu lassen. Allein so könne verhindert werden, dass das Zusammenleben der Gesellschaft im Chaos versinke.-- Die Tradition des Aschermittwochs der Künstler geht auf den französischen Schriftsteller Paul Claudel (1868-1955) zurück. Der mit Claudel befreundete damalige Kölner Stadtdechant Robert Grosche griff die Idee nach dem Zweiten Weltkrieg auf und brachte sie von Paris in die Domstadt. Inzwischen wird der Tag in vielen Diözesen Deutschlands begangen.