10.12.2006

Nachrichtenarchiv 11.12.2006 00:00 Elfenbeinküste: Kirche vermittelt in Staatskrise

Die Spitze der katholischen Kirche in der Elfenbeinküste versucht offenbar in der aktuellen Staatskrise zu vermitteln. In den vergangenen Tagen habe es mehrere Gespräche hochrangiger Kirchenvertreter mit Staatspräsident Gbagbo sowie seinem Widersacher, Ministerpräsident Banny gegeben. Das berichten heute lokale Medien. "Das Land ist krank, und es darf keinen Streit am Krankenbett geben", wurde ein Sprecher der Bischofskonferenz zitiert. Die Politiker müssten egoistische Interessen überwinden und das Wohl des ganzen Landes suchen. Die Amtszeit des Präsidenten sowie das Mandat der Regierung war 2005 abgelaufen. Zuvor war ein Putschversuch gegen Gbagbo gescheitert, das Land stand am Rande eines Bürgerkriegs. Aufgrund anhaltender politischer Spannungen konnten bislang keine Neuwahlen stattfinden. Die UNO drängt auf nationale Aussöhnung und eine Einheitsregierung. Derzeit sind rund 10.000 internationale Friedenssoldaten in der Elfenbeinküste im Einsatz.