19.11.2006

Nachrichtenarchiv 20.11.2006 00:00 "Geduldete" können Bleiberecht beantragen - Regelung weiter umstritten

Nach dem Kompromiss der Länderinnenminister können ab heute rund 20.000 in Deutschland bisher nur geduldete Flüchtlinge ein Bleiberecht beantragen. Wichtigste Voraussetzung ist ein dauerhafter Arbeitsplatz. Für den Großteil der insgesamt 190.000 Geduldeten in Deutschland, die noch keine Arbeit haben, beginnt jetzt die Jobsuche. Die Flüchtlinge dürfen sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums auf dem ganz normalen Arbeitsmarkt um eine Stelle bemühen. - Unterdessen bekräftigte die evangelische Kirche ihre Kritik an der neuen Regelung. Die Anforderungen an die Betroffenen seien insgesamt zu hoch, sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Huber. Nur wenigen Flüchtlingen nütze das neue Bleiberecht. Unzumutbar sei, dass alte und kranke Menschen nur dann bleiben dürften, wenn sie Lebensunterhalt und Pflege ohne staatliche Unterstützung bestreiten könnten. Zudem könne ganzen Familien das Bleiberecht wegen Straffälligkeit nur eines Mitglieds verweigert werden.