06.11.2006

Nachrichtenarchiv 07.11.2006 00:00 Vatikan: Scharfe Kritik an Todesstrafe gegen Saddam Hussein

Auch der Vatikan hat die Todesstrafe für den ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein scharf verurteilt. "Die Todesstrafe ist ein Verbrechen, wenn sie nicht nötig ist, und in diesem Fall ist sie nicht nötig". Das sagte der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino laut  italienischen Medien. Nach der Enzyklika "Evangelium vitae" von Papst Johannes Paul II. seien Hinrichtungen nur dann gerechtfertigt, wenn sie das einzige Mittel seien, den Täter an weiteren Verbrechen zu hindern. Martino bezeichnete das Urteil gegen Saddam als "widersprüchlich", da es ein Verbrechen mit einem weiteren bestrafe. Damit hätten die Richter "der Logik der Rache, des Auge um Auge, Zahn um Zahn nachgegeben". Der Ex-Diktator hätte dem Vatikanvertreter zufolge einem internationalen Gerichtshof wie dem in Den Haag übergeben werden sollen, der zurecht die Todesstrafe ausschließe. Politische und Kriegsverbrecher müssten unabhängigen Tribunalen anvertraut werden, um sie dem "Urteil des Siegers" zu entziehen.