29.10.2006

Nachrichtenarchiv 30.10.2006 00:00 Bolivien treibt Verstaatlichung von Erdöl voran

Bolivien hat sich mit zehn ausländischen Energiefirmen auf neue Verträge zur Erdgas- und Erdölförderung geeinigt. Mit der gestrigen Unterzeichnung der Abkommen setzte Präsident Evo Morales sein Dekret zur Nationalisierung des Energiesektors vom 1. Mai fristgerecht um. Von nun an übernimmt der bolivianische Staatsbetrieb YPFB die Vermarktung von Erdgas und Erdöl. Die Abgaben für die multinationalen Unternehmen, darunter British Gas, Total (Frankreich), Repsol (Spanien) und der brasilianische Staatsbetrieb Petrobras, steigen nach Angaben der Zeitung "La Razón" von 50 auf bis zu 82 Prozent. Mit Petrobras strebt Bolivien zudem eine Erhöhung der Preise für den Export des Erdgases nach Brasilien an. "Durch diese Verträge möchten wir die wirtschaftlichen Probleme des Landes lösen", sagte Morales. Die Nationalisierung sei ein Akt der Würde und des Stolzes. Demnächst werde der Staat die Kontrolle über sämtliche nicht erneuerbare Ressourcen zurückerlangen, kündigte der Präsident an.