26.10.2006

Nachrichtenarchiv 27.10.2006 00:00 Nicaragua beschließt absolutes Abtreibungsverbot

Das Parlament in Nicaragua hat ein absolutes Abtreibungsverbot beschlossen. Damit wird die bisher gestattete Abtreibung aus therapeutischen Gründen abgeschafft. Diese war bei Lebensgefahr für die Schwangere oder bei Vergewaltigungen zulässig. Künftig stellt das mittelamerikanische Land jegliche Abtreibung mit Gefängnis zwischen vier und acht Jahren unter Strafe. Das Parlament Nicaraguas lehnte zugleich die Erhöhung der Strafe auf bis zu 30 Jahre Freiheitsentzug ab. Diese war vom konservativen Präsidenten Bolaños, der katholischen Kirche und evangelikalen Gruppen des Landes gefordert worden.- Frauenorganisationen, Ärzteverbände und ausländische Menschenrechtsorganisationen kritisierten den Beschluss des Parlaments. Sie sehen das Leben mehrerer Hundert Schwangerer im Jahr gefährdet. Nach Schätzungen US-amerikanischer Frauenrechtsorganisationen gibt es in Nicaragua 32.000 illegale Abtreibungen jährlich, die oft unter lebensgefährlichen Bedingungen vollzogen werden.