03.10.2006

Nachrichtenarchiv 04.10.2006 00:00 Nach der Flugzeugentführung: Türkeireise des Papstes nicht gefährdet

Die Entführung einer türkischen Linienmaschine ist am Abend im italienischen Brindisi unblutig zu Ende gegangen. Wie das italienische Fernsehen berichtete, konnten die 107 Passagiere das Flugzeug der Turkish Airlines gegen 19.30 Uhr verlassen. Wenig später ergaben sich die beiden türkischen Entführer den italienischen Sicherheitskräften. Unklar blieb aber lange, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zur geplanten Papstreise in die Türkei gab. Erste Meldungen waren davon ausgegangen, dass die Entführung ein Protest sei gegen den für Ende November geplanten Türkeibesuch von Benedikt XVI. oder gegen seine als Islamkritik missverstandenen Äußerungen bei der Regensburger Rede vom 12. September. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte unmittelbar danach erklärt, man sei alarmiert und warte auf weitere Informationen. Türkische Medien hatten dann aber berichtet, einer der beiden Entführer habe bereits früher einen Brief an Benedikt XVI. geschrieben. Der Mann habe sich vom Islam dem Christentum zugewandt und den Papst um Vermittlung gebeten bei seinem Versuch, den Militärdienst zu verweigern. Wieder andere Berichte sprachen von einer nicht näher bekannten Botschaft, die die Entführer an den Papst übermitteln wollten. Die Polizei dagegen erklärte schließlich, es sei lediglich darum gegangen, politisches Asyl in Italien zu beantragen. Später am Abend meldete das italienische Fernsehen dann unter Bezug auf nicht näher genannte kirchliche Quellen, die Türkeireise des Papstes sei nicht in Gefahr.