28.09.2006

Nachrichtenarchiv 29.09.2006 00:00 Nach BenQ-Insolvenz richtet sich Kritik auf Siemens

Nach dem Insolvenzantrag des deutschen BenQ-Tochterunternehmens gibt es Unmut und Unverständnis. Mehr als tausend Beschäftigte versammelten sich vor dem Werk in Kamp-Lintfort sowie in München. Der Münchner IG-Metall-Chef Flassbeck sprach von einem schmutzigen Trick, mit dem sich Siemens seiner Beschäftigten entledigt habe. NRW-Regierungschef Rüttgers sagte in Kamp-Lintfort, angesichts der Zusage, in Deutschland noch mindestens fünf Jahre Handys produzieren zu wollen, sei es eine große Sauerei, den Laden einfach zumachen zu wollen. - Für Bayerns Ministerpräsident Stoiber ist der Ausstieg des Mutterkonzerns völlig inakzeptabel. Er kündigte Gespräche mit Siemens an. Bei Siemens selbst zeigte man sich überrascht von der Pleite und will rechtliche Schritte gegen BenQ prüfen. Siemens hatte seine Handysparte vor einem Jahr an BenQ abgegeben. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Prager soll die Produktion in Deutschland möglichst lange fortgesetzt werden. An den drei Standorten stehen 3.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.