16.09.2006

Nachrichtenarchiv 17.09.2006 00:00 Benedikt XVI.: tiefes Bedauern über muslimische Reaktionen

Papst Benedikt XVI. hat persönlich erklärt, er habe in seiner Vorlesung in Regensburg in keiner Weise die religiösen Gefühle gläubiger Muslime verletzen wollen. Zutiefst bedauere er die Reaktionen auf seine Äußerungen in der islamischen Welt. Das sagte der Papst am Sonntag beim Angelusgebet in Castelgandolfo. Ähnlich hatte sich bereits am Vortag der neue Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone geäußert. Die Rede sollte eine Einladung zum Dialog in Respekt sein, unterstrich Benedikt XVI. Das mittelalterliche Zitat, an dem sich der Streit entzündete, drücke in keiner Weise seine persönliche Meinung aus. - Der Präsident der obersten türkischen Glaubensbehörde, Ali Bardakoglu, begrüßte die vatikanischen Klarstellungen und wertete sie als Entschuldigung. Das Außenministerium in Ankara stellte klar, dass der für November geplante Papstbesuch nicht in Frage gestellt sei. - Trotz Aufrufen zur Ruhe von muslimischen Geistlichen wurden am Wochenende in den Palästinensergebieten mehrere christliche Kirchen bei Anschlägen beschädigt. Offenbar im Zusammenhang mit den muslimischen Empörungen steht auch die Ermordung einer italienischen Ordensfrau in Somalia. Während Pakistan den vatikanischen Nuntius ins Außenministerium einbestellte, berief Marokko seinen Vatikandiplomaten nach Rabat. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief zu Ruhe und Besonnenheit auf.