13.09.2006

Nachrichtenarchiv 14.09.2006 00:00 Küng vermisst vom Papst reformerische Signale

Der Tübinger Theologe Küng hat eine kritische Bilanz des Papstbesuchs in Bayern gezogen. Er habe von Benedikt XVI. jegliche reformerische Signale vermisst, sagte Küng dem Bayerischen Rundfunk. So habe der Papst über bestehende Probleme wie den Priestermangel hinweggeredet. Nur mit Aufrufen für mehr Priester werde man die Lage in der Seelsorge nicht verbessern. Ein gefüllter Münchner Marienplatz garantiere noch keine besser gefüllten Kirchen in der Stadt, so der Theologe. Auch Tausende Ministranten garantierten keine künftigen Priester, die auf Frauen verzichten wollten. In Sachen Ökumene missfiel Küng der Auftritt des evangelischen Landesbischofs von Bayern, Johannes Friedrich. Dieser habe in seiner Predigt alle strittigen Fragen wie das gemeinsame Abendmahl oder die Unfehlbarkeit des Papstes total verschwiegen. Insgesamt sei dem Papst in Bayern aber ein würdiger Empfang und eine frohe Stimmung bereitet worden. Darüber könne man sich nur freuen.