06.07.2006

Nachrichtenarchiv 07.07.2006 00:00 Somalia: Islamisten bedrohen Gebetsverweigerer mit Todesstrafe

Die islamischen Milizen, die seit einem Monat weite Teile Somalias kontrollieren, haben Gebetsverweigerern mit der Todesstrafe gedroht. Diejenigen, die nicht wie im Koran vorgeschrieben fünf Mal am Tag beteten, seien wie Ungläubige zu behandeln, sagte ein hochrangiger Vertreter der Allianz der islamischen Gerichte. Die Ankündigung gilt als weiterer Erfolg für extremistische Kräfte innerhalb der Führung der Milizen. Somalia hat seit 15 Jahren keine zentrale Regierung mehr. Lokale Kriegsherrn und weltlich orientierte Milizen sind von den Islamisten aus der Hauptstadt Mogadischu und umliegenden Regionen vertrieben worden. Eine unter internationaler Vermittlung eingesetzte Übergangsregierung verfügt über keine eigene Machtbasis und ist praktisch ohne Einfluss.