26.06.2006

Nachrichtenarchiv 27.06.2006 00:00 Bischöfe: Leitende Mitarbeit in Kirche und Donum Vitae unvereinbar

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat darauf hingewiesen, dass Christen verschiedene Wege zum Schutz ungeborenen Lebens gehen können. Katholiken, die die Möglichkeiten der gesetzlichen Schwangerschaftskonfliktberatung nutzten, nähmen dabei nicht für sich in Anspruch, im Namen der Kirche zu handeln. Gestern ist eine Entscheidung der deutschen Bischöfe bekannt geworden, mit der sie sich von der Schwangerenberatungsorganisation Donum Vitae abgrenzen. Kirchliche Angestellte dürfen demnach nicht bei Donum Vitae mitarbeiten. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Langendörfer, bekräftigte diese Position im domradio: Wichtig sei, dass diejenigen, die leitend, mit einer besonderen Verantwortung in der Kirche - in den Räten, in den Verbänden usw. - tätig sind, sich nicht zugleich in besonderer Weise bei Donum Vitae engagieren. Denn Donum Vitae stehe im Widerspruch zu dem, was die Kirche wolle. - Scharfe Kritik an der Entscheidung der Bischöfe kommt von der Grünen-Bundestagsfraktion. Dies sei ein weiterer Angriff auf die Unterstützung von Frauen in schwierigen Konfliktsituationen. Damit hätten sich die Hardliner um Papst Benedikt XVI. durchgesetzt. - Die Vorsitzende des Vereins Donum Vitae, Rita Waschbüsch, will den Beschluss der Bischöfe - so wörtlich - "nicht als neue Attacke bewerten." Es handele sich um eine Reaktion auf Rückfragen aus dem Vatikan. Eine einfache Mitgliedschaft bei Donum Vitae sei durch den Beschluss nicht berührt.