15.06.2006

Nachrichtenarchiv 16.06.2006 00:00 Polen: Diskussionen um mögliche kirchliche Spitzeltätigkeit

Der Krakauer Kardinal Dziwisz hat sich für eine Zusammenarbeit von Geistlichen mit dem ehemaligen kommunistischen Geheimdienst entschuldigt. Im Namen seiner Diözese entschuldige er sich bei allen, denen durch die Haltung von Priestern Leid entstanden sei, sagte Dziwisz bei den Fronleichnams-Feierlichkeiten in Krakau. Zugleich mahnte der langjährige Sekretär von Papst Johannes Paul II ein behutsames Vorgehen bei der historischen Aufarbeitung an. Innerhalb der polnischen Gesellschaft gibt es derzeit heftige Debatten um mögliche Spitzelverwicklungen von Kirchenmännern. Nach Schätzungen sollen etwa 10 bis 15 Prozent der polnischen Priester mit den Kommunisten zusammengearbeitet haben.