14.06.2006

Nachrichtenarchiv 15.06.2006 00:00 EU-Parlament beschließt Förderung der Forschung an Embryonen

Das Europäische Parlament will die Forschung an menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen weiter mit EU-Geldern fördern. Voraussetzung sei, dass die Forschungsvorhaben in dem entsprechenden EU-Staat erlaubt sei. Das haben die Abgeordneten in Straßburg heute mit knapper Mehrheit entschieden. Nicht gefördert werden sollen danach das Klonen von Menschen, die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken und Experimente zur Veränderung des menschlichen Erbguts. Die Forschung an embryonalen Stammzellen ist umstritten, weil sie derzeit meist die Zerstörung der Embryonen mit sich bringt. Kritiker fordern, dass Experimente in liberaleren EU-Staaten nicht mit dem Geld aller EU-Steuerzahler finanziert werden. Einige Gegner dieser Forschung hatten gerichtliche Schritte angekündigt, wenn das Parlament sich für die Förderung entscheidet. - Die Grünen haben den Beschluss des Europäischen Parlaments als Rückschlag für Ethik und Menschenwürde in Europa bezeichnet. Damit öffne sich "der weiteren Verzweckung und Kommerzialisierung menschlichen Lebens Tür und Tor". Das erklärte der Biotechnologie-Experte Reinhard Loske. Die Entscheidung zeuge auch von einem geringen Respekt gegenüber rechtlichen Normen in zehn Mitgliedstaaten, in denen diese Forschung verboten sei.