16.05.2006

Nachrichtenarchiv 17.05.2006 00:00 Kongo-Einsatz der Bundeswehr weitgehend nutzlos?

Die Opposition im Bundestag und kirchliche Verbände kritisieren die heute beschlossene Beteiligung der Bundeswehr am EU-Einsatz im Kongo scharf. Die Zahl der Soldaten, die entsendet werden, reiche bei weitem nicht aus, die Situation im Kongo zu befrieden. Thomas Oelerich vom Christliche Friedensdienst EIRENE sagte im domradio, es dürfe im Kongo auch nicht nur um die Wahlen gehen, vielmehr müsse langfristig für Frieden gesorgt werden. Das sei aber mit 800 Soldaten unmöglich. Die Menschen in den eigentlichen Unruheprovinzen blieben den alltäglichen Gefahren weiterhin überlassen. Vier Millionen Menschen seien in den letzten Jahrzehnten im Bürgerkrieg umgekommen. Manche Organisationen gingen von 1.200 Toten pro Tag aus. Der Bevölkerung des Kongo müsse folglich geholfen und nicht nur für den Schutz der internationalen Wahlbeobachter werden. Oelerich sagte weiter, dass es richtig wäre, eine weitaus größere Zahl an Soldaten für einige Jahre in den Kongo zu entsenden, wie dies auch UN-Generalsekretär Annan gefordert habe. Nur so könne nach der Wahl sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt.