19.04.2006

Nachrichtenarchiv 20.04.2006 00:00 Kritik an von der Leyens "Bündnis für Erziehung"

Bundesfamilienministerin von der Leyen hat mit den beiden großen christlichen Kirchen ein Bündnis für Erziehung gegründet. Es gehe um eine wertegebundene Erziehung, sagte von der Leyen und nannte unter anderem die Werte Verlässlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft. Von der Leyen kündigte für den Herbst weitere Schritte in dem Bündnis an. Dann sollten auch Familien- und Wirtschaftsverbände sowie andere Religionsgemein-schaften dazu stoße. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatte zuvor kritisiert, dass nur die christlichen Kirchen eingeladen waren. Gerade bei so einem sensiblen Thema müsse es einen Dialog aller gesellschaftlichen Akteure geben. Der Bielefelder Sozialwissenschaftler Hurrelmann kritisiert, dass von der Leyen (CDU) ihr "Bündnis für Erziehung" nur mit den Kirchen starten wolle. Die Kirchen als Bündnispartner repräsentierten nur Teile des demokratischen Wertespektrums. Ein beträchtlicher Teil der Deutschen gehöre einer nicht-christlichen oder gar keiner Religionsgemeinschaft an, so Hurrelmann im Kölner Stadtanzeiger.