15.04.2006

Nachrichtenarchiv 16.04.2006 00:00 Kirchen rufen zum Zeugnis für das Leben auf

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Huber, forderte einen entschiedenen Einsatz zum Schutz des ungeborenen Lebens. Ihn erschrecke die Zahl der Mütter und Väter, "die das Leben nicht annehmen können und ein Kind abtreiben lassen". Wie Huber plädierte auch der Trierer katholische Bischof Marx für einen umfassenden Einsatz zu Gunsten des Lebens. Eine Gesellschaft, die die Tötung ungeborenen Lebens verharmlose und offen über die Tötung alter und kranker Menschen rede, verliere den Boden unter den Füßen, so Marx im Trierer Dom. Die unantastbare Würde des Menschen "in allen Lebensphasen" unterstrich auch der Fuldaer Bischof Algermissen. Wer die Auferstehung Christi vom Tod bekenne, dürfe nicht zur Tötung ungeborener Kinder schweigen. Der Münchner Kardinal Wetter sagte, die christliche Auferstehungsbotschaft gebe Mut und Kraft, der Welt durch Liebe ein menschliches Antlitz zu geben. Nach Auffassung des Aachener Bischofs Mussinghoff haben Christen grundsätzlich die Pflicht, für den Schutz des menschlichen Lebens einzutreten. Zum Aufbruch aus Ratlosigkeit und Resignation ermunterte der Limburger Bischof Kamphaus. Für die Kirche und jeden Einzelnen komme es darauf an, sich Scheitern und Versagen einzugestehen, Gewohnheiten über Bord zu werfen und neu aufzubrechen. Die ostdeutschen Bischöfe riefen in ihren Osterpredigten die Christen dazu auf, ihr Leben optimistisch anzugehen. Auch Not und Leid sollten positiv verarbeitet werden, sagte der Magdeburger Bischof Feige. Der Dresdner Bischof Reinelt betonte, Hoffnungslosigkeit sei keine Motivation für Menschlichkeit. Der Berliner Kardinal Sterzinsky erinnerte daran, dass Ostern auch Versöhnung und Neubeginn bedeute. Nach Ansicht des Erfurter Bischof Wanke gehört das Wissen um Ostern zur kulturellen Grundausstattung auch ungetaufter Schüler.