03.02.2006

Nachrichtenarchiv 04.02.2006 00:00 Lehmann: Mohammed-Karrikaturen zeigen Mangel an Sensibilität

Kardinal Karl Lehmann hat die Mohammed-Karikaturen deutlich kritisiert. Satiren würden problematisch, wenn sie an Kernbestände eines religiösen Bekenntnisses rührten. Dies gelte für alle Religionen, betonte Lehmann. Die Achtung vor dem religiösen Bekenntnis anderer Menschen gehöre zu den Grundlagen des Zusammenlebens. Der Vorgang zeige, "wie viel wir noch im Umgang miteinander lernen müssen", sagte Lehmann wörtlich. Zugleich wies er Reaktionen wie Gewalt, Aufrufe zum Krieg und Boykottdrohungen entschieden zurück. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, erklärte, durch den Streit um die Karikaturen drohe ein Zusammenprall der Kulturen. Wohin der aktuelle Konflikt führen werde, sei nicht vorhersehbar. - Der EKD-Vorsitzende Huber äußerte Verständnis für Muslime, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen. Allerdings sollten sie sich "nicht zum Teil einer Kampagne machen lassen". - Bundesinnenminister Schäuble (CDU) hat es im Streit um die Mohammed-Karikaturen abgelehnt, dass die Bundesregierung sich entschuldigt. Dies komme nicht in Betracht, da es um die Ausübung der Pressefreiheit gehe. Ein Einmischung bedeute eine Einschränkung der Pressefreiheit.