15.01.2006

Nachrichtenarchiv 16.01.2006 00:00 Chile: Michelle Bachelet ist erste Staatschefin Südamerikas

Die neue Staatspräsidentin Chiles, Michelle Bachelet, ist unmittelbar nach ihrer Wahl mit hohen Kirchenvertretern zusammengetroffen. Nach den Gesprächen zeigte sie heute in Santiago überzeugt, während ihrer Regierungszeit die Armut vermindern und die sozialen Chancengleichheit erhöhen zu können. Sie hoffe, für dieses Ziel alle Chilenen hinter sich bringen zu können. Der Erzbischof von Santiago, Kardinal Errázuriz Ossa, sagte der 54-Jährigen die Unterstützung der Kirche zu. Chile habe mit ihr eine Person gewählt, die für die nationale Versöhnung stehe. Die Sozialistin Michelle Bachelet ist die erste Frau an der Spitze Chiles und die erste gewählte Präsidentin eines südamerikanischen Landes. Bei der Stichwahl am Sonntag erhielt die frühere Kinderärztin nach Auszählung fast aller Stimmzettel rund 53,5 Prozent. Ihr konservativer Rivale Sebastián Piñera kam auf rund 46,5 Prozent. Bachelet war während der Militärdiktatur verhaftet und gefoltert worden. Mitte der 70er Jahre floh sie in die DDR und lebte lange Zeit in Ostberlin und in Leipzig. Sie selbst ist nicht Mitglied der Kirche.