29.12.2005

Nachrichtenarchiv 30.12.2005 00:00 BKA: Zahl der Kindes-Misshandlungen seit 1996 verdoppelt

Die Zahl der Kindesmisshandlungen hat in Deutschland offenbar stark zugenommen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" und beruft sich dabei auf bisher unveröffentlichte Statistiken des Bundeskriminalamtes. Demnach ist die Zahl der gemeldeten Fälle seit 1996 um rund 50 Prozent gestiegen - allein im vergangenen Jahr wurden knapp 3000 Fälle von Misshandlung an Kindern bis 14 Jahren angezeigt. Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes NRW, Güthoff, wies im domradio auf den Zusammenhang von materieller Armut und Mißhandlungen hin: Da wo die Sorge vorherrsche, auch am Monatsende noch den Kühlschrank füllen zu können, sei kaum noch Platz für die Bedürfnisse von Kindern. Dies führe dazu, daß Eltern schneller nervös würden, daß die Frustrationstoleranz gegen Null sinke, und es dann zu Ausschreitungen komme, die als Misshandlungen zu bezeichnen sind. - Bundesfamilienministerin von der Leyen sagte, der Staat müsse sich um auf der Schattenseite des Lebens geborene Kinder besonders kümmern. In ihrem Etat seinen rund zehn Millionen Euro für den Aufbau eine Frühwarnsystem vorgesehen. Dieses soll Kindesmisshandlungen vorbeugen.