21.12.2005

Nachrichtenarchiv 22.12.2005 00:00 Union will Anzahl von Spätabtreibungen verringern

Die Unions-Bundestagsfraktion will eine neue Initiative zur Verringerung von Spätabtreibungen starten. Eine Beratungspflicht und dreitägige Bedenkzeit sollten Voraussetzung für eine straffreie Spätabtreibung werden, sagte der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder der «Süddeutschen Zeitung». Die Bedenkzeit von drei Tagen für die Eltern oder die Mutter solle zwischen der Feststellung der Behinderung des Kindes und dem Abbruch festgelegt werden. Die Frau müsse eine intensive psychosoziale Beratung erhalten, die bisher so nicht erforderlich sei, sagte Kauder. Nach der Novelle des Paragrafen 218 von 1995 dürfen Frauen zeitlich unbegrenzt abtreiben, wenn ihre körperliche oder seelische Gesundheit gegenwärtig oder zukünftig gefährdet ist. Behindertenverbände und die Bundesärztekammer weisen darauf hin, dass die Behinderung eines Kindes zunehmend zur Ursache von Spätabtreibungen nach der 23. Schwangerschaftswoche geworden ist. Die Zahl der Spätabtreibungen ist allerdings niedrig. Sie liegt bei etwa 200 von rund 120.000 Abtreibungen im Jahr insgesamt.