20.12.2005

Nachrichtenarchiv 21.12.2005 00:00 Kritik an unkoordinierter Hilfe für Tsunami-Opfer in Sri Lanka

Entwicklungspolitische Organisationen haben eine kritische Bilanz der Hilfsprogramme für die Tsunami-Opfer in Sri Lanka gezogen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei es auf der Insel zu einer «unkoordinierten Invasion fremder Hilfe» gekommen, erklärten die Hilfswerke «Brot für die Welt» und medico international in Berlin. Es habe ein Missverhältnis zwischen dem für Sri Lanka geschätzten Schaden von 1,5 Milliarden US-Dollar und den zugesagten Hilfsgeldern in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar gegeben. So hätten sich zeitweilig bis zu 1.000 Hilfsorganisationen auf der Insel aufgehalten, darunter rund 300, die dort noch nie zuvor aktiv gewesen seien. Die einheimischen Hilfswerke seien in «die Rolle bloßer Almosenempfänger» zurückgedrängt worden, hieß es.