18.12.2005

Nachrichtenarchiv 19.12.2005 00:00 WTO-Gipfel ging mit minimalem Kompromiss zu Ende

Der Gipfel der Welthandelsorganisation (WTO) ist am Sonntag in Hongkong mit Kompromissen zur Öffnung der Märkte zu Ende gegangen. Geeinigt haben sich die 149 Mitgliedsstaaten in langwierigen Verhandlungen auf einige Eckpunkte zur Liberalisierung des Welthandels. Die Industrienationen sagten in einer Schlusserklärung zu, die Agrarexportsubventionen bis 2013 abzuschaffen. Deutschland und andere EU-Staaten konnten die Schwellen- und Entwicklungsländer nicht dazu bewegen, ihre Märkte für Industriegüter und Dienstleistungen mehr zu öffnen. Besonders strittig waren auf der WTO-Konferenz auch die Agrarexportsubventionen der Industrieländer. Schwellen- und Entwicklungsländer unter Führung von Indien und Brasilien hatten ihre völlige Abschaffung bis 2010 gefordert. - Das Hilfswerk Oxfam erklärte, die WTO-Konferenz stehe für Betrug an den Armen dieser Welt. Das globalisierungskritische Netzwerk "attac" forderte eine grundlegend andere Welthandelspolitik, die sich an Umwelt und Entwicklung sowie an den Arbeits- und Menschenrechten orientiere. Greenpeace warnte vor schwerwiegenden ökologischen und sozialen Folgen der Handelsliberalisierung. - Die sechstägige Konferenz wurde von teilweise gewaltsamen Protesten begleitet.