05.11.2005

Nachrichtenarchiv 06.11.2005 00:00 Berlin: Senat konkretisiert Ethikunterricht - dennoch Kompromiss?

Trotz weiter bestehender Kritik nimmt in Berlin die Einführung eines verbindlichen Ethik-Unterrichtes an den Schulen konkrete Formen an. Bildungssenator Klaus Böger stellte den Rahmenlehrplan für das umstrittene Fach vor. Ziel des Unterrichtsangebotes sei es, die Urteilsfähigkeit der Schüler auszubilden, sagte Böger. Das Fach soll ab dem kommenden Schuljahr flächendeckend zunächst an allen siebten Klassen öffentlicher Berliner Schulen eingeführt werden. Religionsunterricht wäre dann nur noch ein freiwilliges zusätzliches Angebot. Deshalb und wegen der Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre befürchten die Kirchen zudem die Verdrängung des Religionsunterricht auf den unattraktiven Nachmittag. - Der Chef der Berliner Senatskanzlei, André Schmitz, hat sich unterdessen für einen Kompromiß mit der evangelischen Kirche ausgesprochen. Er hoffe auf einen Dialog, sagte Schmitz am Samstag bei einem Empfang am Vorabend der diesjährigen Tagung der EKD-Synode. Die Verhandlungen zwischen Stadtregierung und Kirche seien allerdings nicht konfliktfrei. Er bedauere die "verfahrene Situation".